Helden wie wir

"Helden wie wir" ist schon die zweite Verfilmung eines Romans des Autors Thomas Brussig. Nach "Sonnenallee" wurde jetzt auch Brussigs erster Roman auf Zelluloid festgehalten. "Helden wie wir" ist die Geschichte von Klaus Uhltzscht, Sohn einer Hygienearbeiterin und eines Angestellten einer ganz bestimmten großen Firma, der, wenn wir seinen Worten Glauben schenken wollen, für die Öffnung der Mauer verantwortlich ist. Klaus Uhltzscht ist ein merkwürdig passiver Held, der während seiner Jugend in der DDR die Werte des Staates unreflektiert übernimmt, wodurch eine Laufbahn bei der Staatssicherheit die logische Konsequenz zu sein scheint. Am besten als Romeo, der den Sekretärinnen der Westministerien die Staatsgeheimnisse entlockt. Doch daraus wird nichts, denn Klaus trifft überraschend seine Grundschulliebe Yvonne wieder, die mittlerweile revolutionäre Meinungen vertritt. So muß er sich zwischen den Werten entscheiden, die sein Leben bisher am meisten beeinflußt haben, seiner Liebe zu Yvonne und seiner Akzeptanz der staatlichen Werte.

"Helden wie wir" macht alles richtig, was eine deutsche Literaturverfilmung richtig machen kann. Eigentlich steht im Zentrum eine lakonisch romantische Liebesgeschichte, die zugleich den Alltag in der DDR lebendig darzustellen vermag. Vor allem kann sie durch die Darstellung des Stasialltags begeistern, der stellenweise in seiner Absurdität mit viel Situationshumor gezeigt wird, doch auch wird nicht darauf verzichtet zu zeigen, welche Bedrohung von dieser Institution ausgegangen ist. Ebenfalls wird gekonnt mit verschiedenen Filmformaten gearbeitet, so wird mit Super 8 und Video gearbeitet, um eine präzis wirkende Form für die Darstellung der historischen Realität und der fiktiven Personen zu finden.. Auch bei der Besetzung bewiesen die Filmemacher ein gutes Händchen. Für Daniel Borgwardt und Xenia Snagowski handelte es sich dabei um ihre ersten Arbeiten für einen Film und damit gaben beide ein beachtliches Debüt. Bei all diesem Lobgesang bleibt die Frage, ob die DDR wirklich so war, am Ende aber offen.

Rekonstruktion einer Rezension von Christian Ulmke für die HöRPROBE-Ausgabe vom 11.11.99