Düstere Legenden 2

Urban Legends - Final Cut

Die junge Filmstudentin Amy Mayfield (Jennifer Morrison) hat eine Spitzenidee für ihren Abschlußfilm, mit dem sie den berühmten Hichtcock Award ihrer Universität gewinnen will: Sie will die Geschichte eines Serienmörders, der seine Opfer nach dem Vorbild urbaner Legenden ermordet hat, verfilmen. Diese Geschichte ist natürlich die Handlung des ersten Teils; das spielt aber eigentlich im weiteren Verlauf keine Rolle. Jedenfalls ist das alles so einfach nicht, weil nämlich die Mitglieder von Amys Filmteam einer nach dem anderen brutal ermordet werden, und zwar, wie sich herausstellt, von einer Gestalt mit einer Fechtmaske auf. Das hört sich so weit nach einem Teenie-Slasher-Film an und das ist Urban Legends 2 auch. Wenn die ganze Film-im-Film-Sache etwas bekannt wird, ist das nicht weiter verwunderlich. Schließlich ritt schon der 1. Teil von Urban Legends auf dem von Scream ausgelösten Revival des Slasher-Genres mit. Da liegt es ja nahe, für den zweiten Teil die Ideen bei Scream 3 zu klauen. Mal abgesehen davon, hat UL 2 so ziemlich alles, was man von einem durchschnittlichen Film dieser Art erwartet: Klischeehafte Charaktere, die von mittelmäßigen, aber gutaussehenden jungen Leuten gespielt werden, schlechte Dialoge und viel Geschrei. Leider fehlen dem Film die anderen Zutaten, die ein ordentlicher Slasherfilm dringend braucht: eimerweise Blut und ein ordentlicher Schuß echte (im Gegensatz zu aufgesetzter) Selbstironie. Statt dessen versucht Urban Legends 2, eine verwirrende, raffinierte, subtile Thrillerhandlung aufzubauen (man denke an die Hitchcock-Referenz), was natürlich nicht für 50 Pfennig funktioniert. Die Handlung wirkt schlichtweg hanebüchen, die Film-im-Film Gags dämlich oder aufgesetzt und die Dialoge sind, wie gesagt, eh das Letzte. Außerdem hat UL-The Final Cut nicht einmal die eigentlich reizvolle Idee des ersten Teils, Morde zu zeigen, die auf urbanen Gerüchten basieren. Statt dessen werden die Charaktere beispielsweise einfallslos per Elektroschock exekutiert - und das, während der Mörder eine riesige Hacke in der Hand hält! Außerdem nervt die Synchronisation, die die Worte "Urban Legends" mit "Düstere Legenden" übersetzt, was sich total affig anhört, obwohl "Urbane Legende" oder "Urbanes Gerücht" im Deutschen längst stehende Begriffe sind und außerdem sowieso erklärt wird, was damit gemeint ist. Kurz gesagt ist Düstere Legenden 2 eine totale Zeit- und Geldverschwendung. Trotzdem ist er nicht schlechter als, sagen wir mal, Ich weiß immer noch, was du letzten Sommer getan hast und man erwartet ja auch, daß die Nachfolger von Horrorfilmen schlecht sind. Trotzdem sollten auch Fans des Genres sich dann doch lieber nochmal Scream anschauen. (Christian Ulmke)