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Elena Arseneva: Die Bernsteinkarawane. München: Heyne, 2002. 301 S.
ISBN 3-453-20654-1

"Die Bernsteinkarawane" ist der dritte Kriminalroman von Elena Arseneva, der im Kiewer Reich im Rußland des 11. Jahrhunderts spielt. Der Bojar Artem, Vertrauter des Großfürsten Wladimir, wird von seinem Herrn beauftragt, den Mord an drei Soldaten aufzuklären, die auf dem Weg waren, dem Großfürsten kostbare Geschenke aus Bernstein von einem verbündeten Fürsten zu überbringen. Bei dem Mord an den drei Soldaten wird auch der kostbare Schatz geraubt. Um jedes politische Aufsehen zu vermeiden, wird Artem nur mit seinen beiden Vasallen Mitko und Wassilij und seinem Adoptivsohn Philippos zum Ort des Verbrechens geschickt. Denn es steht zu befürchten, daß der listenreiche "Fürst ohne Land" vielleicht selbst hinter dem Diebstahl seiner eigenen Geschenke steckt. Vor Ort glaubt man jedoch eher, daß der heidnische Stamm der Iatwags, der in den Wäldern in der Nähe lebt, das Verbrechen begangen hat. Kaum angekommen, werden Artem und seine Männer aber auch noch mit dem Mord an einem jungen Mädchen konfrontiert, das vermutlich einen älteren Liebhaber aus dem Adel hatte. Gibt es etwa Zusammenhänge zwischen diesem Verbrechen und dem Mord an den drei Soldaten?

In Elena Arsenevas Roman erfährt der Leser auch etwas über die Gesellschaft zur Zeit des Kiewer Reiches, z. B. über verschiedene Ämter und politische Strukturen, aber auch über Sitten und Gebräuche wie z. B. die Art und Weise, wie zu dieser Zeit Karneval gefeiert wurde. So ist dieser Roman für Freunde der historischen Krimis eine interessante Abwechslung, wenn auch der dargestellte Kriminalfall über den Durchschnitt nicht herauskommt. Annemarie Kluge