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Thomas Görden: Die Krypta. Roman. München: Knaur, 2002. 395 S.
Vor dem Kölner Dom liegt eine Leiche. Es handelt sich nicht um irgendeinen Toten, sondern um den Kölner Weihbischof Oster. Zunächst glaubt Kommissarin Susanne Wendland, daß es sich hierbei um einen Mord aus Leidenschaft handelt, denn sie findet schnell heraus, daß der Weihbischof ein homosexuelles Verhältnis mit einem jungen Priester hatte. Schon bald weisen die Spuren aber in eine ganz andere Richtungen, als in einem anderen Teil von Köln ein altes Wohnhaus ohne erkennbaren Grund in sich zusammenstürzt und mehrere Menschen mit in den Tod gerissen werden. Kurz darauf erfährt die Kommissarin von dem Mord an der Oberin eines Klosters im Rheinischen Braunkohlegebiet, deren Kloster eng mit dem Kölner Domkapitel verbunden war. Bald merkt Susanne Wendland, daß diese Vorfälle zusammenhängen müssen und daß dabei unheimliche Kräfte am Werke sind. Sie braucht die Hilfe ihrer Freundin Chris Adrian, einer Schamanin. Zusammen finden sie heraus, daß der Ursprung all dieser Ereignisse in einer geheimnisvollen Krypta unter dem Kölner Dom liegt, von der nur eine obskure Geheimorganisation weiß, in der sich seit dem Mittelalter Abkömmlinge der wichtigsten Kölner Familien tummeln. Köln steuert anscheinend auf eine Katastrophe zu... Thomas Görden, der Anglistik und Neuere Geschichte studierte, und zunächst v.a. als Übersetzer tätig war, legt mit "Die Krypta" seinen vierten Roman vor. Er vermischt hier Krimi-, Mystery- und Fantasy-Elemente zu einer recht spannenden Geschichte, die sich ansonsten aber aller verfügbaren Klischees bedient. Dies beginnt bei den homosexuellen katholischen Priestern und endet bei der esoterischen Schamanin. Außerdem begegnet uns auch der junge, dynamische Unternehmer aus alter Kölner Familie und seine Frau, die natürlich früher als Model gearbeitet hat, um ihrem armen Elternhaus zu entkommen. Die Charakterzeichnung der Figuren ist leider allgemein extrem flach und unglaubwürdig. Hier wurde eine gute Idee für einen Plot durch schlampige Arbeit leider vertan! Annemarie Kluge |
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