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Thomas Harris: Roter Drache. München: Heyne, 1999, ISBN: 3-453-02542-3. 448 S. Gibt es ein Gleichgewicht zwischen dem Guten und dem Bösen? Jedenfalls
könnte man den Glauben daran behalten, indem man das Wechselspiel zwischen
Mörder und Polizisten beobachtet. Begeht jemand einen Mord an einem oder
mehreren Mitgliedern einer zivilisierten Gesellschaft, dann wird nach
der Feststellung der Tat jemand mit dessen Aufklärung beauftragt. Den
Ermittlern des F.B.I. steht dabei ein großer Apparat an Mensch und Material
zur Verfügung und um so gefährlicher der Fall eingestuft wird, um so mehr
Mittel darf der damit beauftragte Agent nutzen. Doch dies alleine reicht
nicht aus, um Anhaltspunkte zu finden, die letztendlich eine Spur zu Tage
fördern, die die Identität und den Aufenthaltsort des Killers preisgibt.
Es braucht meistens jemanden, der sich aus der Tiefe seines Inneren mit
dem Täter beschäftigt und der in der Lage ist, sich in die Haut des unbekannten
Mörders und seiner Opfer zu zwängen, um so neue und wichtige Erkenntnisse
hervorzuholen. "Roter Drache" lebt von der Balance, die der Autor zwischen dem Innenleben des Jägers und dem der Bestie im Verlauf der Handlung aufzubauen weiß. So manifestieren sich zahlreiche Bilder des Schreckens und der Qual, die den Leser näher an die Personen heran führt. Beachtlich ist hierbei, wie wenig Action oder Morde nötig sind, um Spannung aufzubauen. In den meisten Thrillern, bei denen es um die Jagd nach einem (oder mehreren) Killer(n) geht, braucht es ja meist zahlreiche Wendungen und neue Wahnsinnstaten, um die Spannung aufrecht zu erhalten, dies hat Thomas Harris nicht nötig, da er seinen Charakteren die für eine ruhige Erzählweise nötige Glaubhaftigkeit und Tiefe schenkt. Wen jetzt noch interessiert, welche der beiden Verfilmungen des Romans diesem am nächsten kommt, dem muß ich sagen, daß die aktuelle Version zwar näher an die Abläufe der Handlung herankommt, daß aber bei der älteren Fassung die Person des Will Graham viel besser getroffen wurde, als es nun der Fall ist. |
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