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Isabel Allende: Die Stadt der wilden Götter. München: Hanser, 2002. 352 S. ISBN 3-446-20188-2 Für den 15-jährigen Alex Cold scheint zur Zeit alles schiefzulaufen. Seine Mutter ist an Krebs erkrankt und muß sich einer Behandlung in Texas unterziehen. Sein Vater will seine Mutter begleiten und so werden Alex und seine beiden jüngeren Schwestern zu den Großeltern geschickt. Während seine Schwestern zu den Eltern ihrer Mutter fahren dürfen, soll Alex zu seiner Großmutter väterlicherseits nach New York. Davon ist er alles andere als begeistert, nicht nur, weil er aus seinem gewohnten Alltag in Kalifornien gerissen wird, sondern auch, weil ihm seine Großmutter, die früher etwas drastische Erziehungsmethoden an ihren Enkelkindern ausprobiert hat, etwas unheimlich ist. Alex weiß, daß er sich in ihrer Nähe wie ein Erwachsener benehmen muß. Seine Großmutter arbeitet als Journalistin für den International Geographic. Sie will Alex mit auf eine Expedition in den Amazonasdschungel im Norden Brasiliens mitnehmen. Die Expedition soll sich auf die Suche nach einem riesigen, menschenähnlichen Wesen machen, das angeblich jeden tötet, der es zu Gesicht bekommt. Alex' Laune bessert sich, als er in Manaus, wo sich die Expeditionsteilnehmer treffen, feststellt, daß zu der Gruppe auch die 13-jährige Nadia gehört. Sie ist die Tochter des brasilianischen Führers der Gruppe und kennt sich anscheinend bestens im Dschungel und mit seinen Bewohnern aus. Auf der Reise in die Tiefen des Dschungels haben die Expeditionsteilnehmer bald das Gefühl, von tausend Augen beobachtet zu werden. Ist das der geheimnisvolle Indianerstamm, den man die Nebelmenschen nennt und vom dessen Angehörigen es heißt, daß sie sich unsichtbar machen können? Weiße haben sie auf jeden Fall noch nie zu Gesicht bekommen. Alex hat allerdings schon in Manaus erfahren, daß Nadia Kontakt zu einem Schamanen dieses Stammes hat. Daß sie allerdings auch gefährlich sein können, muß die Gruppe erfahren, als einer der Soldaten, die die Expedition begleiten, durch einen vergifteten Pfeil stirbt. Am Ziel der Expedition werden Alex und Nadia von den Nebelmenschen entführt, aber schon bald stellt sich heraus, daß den beiden von den Indianern keine Gefahr droht, sondern daß sie vielmehr die Aufgabe haben, dem Stamm zu helfen, ihren bisherigen Lebensstil beibehalten zu können. Mit "Die Stadt der wilden Götter" hat Isabel Allende ihr erstes Jugendbuch vorgelegt. Neben einer spannenden Abenteuergeschichte in exotischer Umgebung, die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen ansprechen wird, spricht sie auch Themen wie die Achtung anderer Kulturen, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Gefährdung des Regenwaldes durch die Ausbeutung der Natur an. Eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren und einigen nicht unwichtigen Botschaften. Annemarie Kluge |
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