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Minette Walters: Fuchsjagd. München: Goldmann, 2003. 476 S. ISBN 3-442-31012-1 Weihnachten 2001 ist in Shenstead, einem Dorf in Dorset, einiges nicht so, wie es ein sollte. Im Herrenhaus Shenstead Manor, das seit Generationen von der Familie Lockyer-Fox bewohnt, trauert der Hausherr Colonel James Lockyer-Fox um seine Frau Ailsa, die im März überraschend gestorben war. Der Colonel hatte sie eines morgens erfroren auf der Terrasse gefunden. Böse Zungen im Dorf behaupten seitdem, daß er etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun hatte. Das Verhalten der Kinder des Colonels, Leo und Elizabeth, die seit langer Zeit mit ihren Eltern zerstritten sind, scheint diese Gerüchte zu bestätigen. Er wird seit einiger Zeit von anonymen Anrufen belästigt, die ihm nicht nur den Mord an seiner Frau anhängen, sondern auch behaupten, daß er der Vater der unehelichen Tochter seiner Tochter sei, die vor 28 Jahren zur Adoption freigegeben wurde. Der Zufall wollte es so, daß der Colonel kurz zuvor seinen Anwalt. Mark Ankerton, damit beauftragt hatte, nach seiner Enkelin zu suchen. Nun bereut er diesen Beschluß, da er sie nicht in seine Probleme mit hineinziehen will. Nancy, seine Enkelin, hatte aber inzwischen ihren ersten Beschluß, der besagte, daß sie mit der Familie ihrer leiblichen Mutter nichts zu tun haben will, überdacht und steht nun an Weihnachten unangemeldet vor der Tür von Shenstead Manor, wo sich zur Zeit auch Mark Ankerton aufhält, um seinem Mandanten über sein erstes einsames Weihnachten zu helfen. Zur gleichen Zeit haben sich einige Landfahrer und New-Age-Anhänger ohne festen Wohnsitz in einem herrenlosen Waldstück in der Nähe des Dorfes niedergelassen. Diese Gruppe, die von einem Mann angeführt wird, der sich selber Fox Evil nennt und sich anscheinend sehr gut ein dieser Gegend auskennt, hat nicht vor, dieses Gebiet so schnell wieder zu verlassen. Dies paßt besonders den beiden zugezogenen Ehepaaren aus London nicht, deren weiblichen Hälften für die Schmutzkampagne gegen James Lockyer-Fox verantwortlich sind. Mit der Zeit wird es allerdings auch immer klarer, daß dieser Fox Evil nicht nur nach Shenstead gekommen ist, um ein ungenutztes Stück Land zu besetzen. Anscheinend hat er ganz andere Pläne, die mit dem Herrenhaus zu tun haben. Geht es hier nur um einen simplen, gut vorbereiteten Einbruch, um Rache oder hat er sogar etwas mit dem Tod von Ailsa Lockyer-Fox zu tun? Aber auch die verschiedenen Bewohner des Dorfes haben alle so ihre Geheimnisse. Minette Walters schafft es auch in ihrem zehnten Roman, die Spannung ab der Mitte des Buches immer mehr ins Unerträgliche zu steigern. Nachdem man sich anfangs gefragt hat, was die verschiedenen Personengruppen der Handlung eigentlich verbindet, stellt man selber beim Lesen immer wildere Vermutungen an, wie alles zusammenhängen könnte. Trotzdem kann man am Schluß durchaus noch einige Überraschungen erleben. Wie ein ihren anderen Romanen schafft es Minette Walters auch in Fuchsjagd wieder, die immer noch vorhandenen Klassenunterschiede in der britischen Gesellschaft und die sozialen Verhältnisse schonungslos darzustellen, ohne daß die Spannung darunter leidet. So werden am Ende nicht alle Probleme gelöst und alle Fragen beantwortet, aber dies ist eben auch das, was die Krimis von Minette Walters vor vielen anderen auszeichnet. Annemarie Kluge |
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