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John Dickson Carr: Die Schädelburg. Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag, 2003. 219 S. ISBN 3-8321-2030-0

Auf einer Burg am Rheinufer, in der Nähe der Stadt Koblenz, ereignet sich ein grausiger Mord. Der bekannte Schauspieler Myron Alison wurde gesehen, wie er in Flammen stehend über die Wehrmauer taumelte. Eigentlich wohnte der Schauspieler mit seiner Schwester zusammen in einer Villa auf der anderen Flußseite, genau gegenüber der Burg. Der eigentliche Besitzer der Burg Schädel, die wegen ihres eigentümlichen Äußeren so genannt wird, war der mysteriöser Zauberer Maleger, der es mit seinen unglaublichen Tricks zu Weltruhm gebracht hatte, der aber vor einigen Jahren Selbstmord begangen hatte, als er aus einem fahrenden Zug in den Rhein gesprungen war. Mit der Klärung des Mordfalles beauftragt ein gemeinsamer Freund von Alison und Maleger, Jerôme D'Auney, den französischen Kriminalisten Bencolin, der sich von dem Fall sofort angesprochen fühlt und der sich sofort von Paris aus auf den Weg an den Rhein macht. Sein ständiger Begleiter, der amerikanische Journalist Jeff Marle, reist, während Bencolin und D'Auney mit dem Auto die Reise antreten, per Schiff nach Koblenz und macht auf der Reise die Bekanntschaft mit einem Berufsgenossen, der sich auch an dem Fall sehr interessiert zeigt, und wie sich herausstellt, arbeitete Brian Gallivan sogar einige Zeit als Pressebeauftragter des Magiers Maleger. In der Villa angekommen, erfährt Marle, daß Bencolin und D'Auney nur knapp mit dem Leben davonkamen, als D'Auney den Wagen während der langen Fahrt zur Villa plötzlich von der Straße lenkte. Wollte D'Auney seinen Mitreisenden umbringen? Nach und nach lernen die Besucher die anderen Gäste der Villa kennen, die seit der Mordnacht nun dort festgehalten werden. Am selben Abend trifft mit dem Baron von Arnheim ein weiter Kriminalist ein, der die Koblenzer Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützen soll. Bencolin und von Arnheim kennen sich noch aus den Zeiten des Ersten Weltkrieges, in dem sie für den jeweiligen Geheimdienst ihres Landes aktiv waren und gegeneinander agierten. Nun kommt es erneut zu einem Duell, bei dem derjenige siegen wird, der als erstes herausfindet, wer Myron Alison in der besagten Nacht umgebracht hat. Schnell stellt sich heraus, daß Alison nicht alleine durch die Flammen ums Leben gekommen ist, sondern daß er vorher auch tödlich von einer Pistolenkugel getroffen wurde. Die Kriminalisten begeben sich auf Spurensuche.

John Dickson Carr schrieb mit "Die Schädelburg" im Jahre 1931 eine klassische Detektivgeschichte, deren Ermittlerpaar, Bencolin und Marle, sehr an die großen Gestalten des Genres erinnert und in der Marle als Ich-Erzähler sich fasziniert zeigt von dem Duell der Kriminalisten und von dem unheimlichen, der Geschichte ihren Namen gebenden Tatort. Dickson Carr ist schlau genug, um zahlreiche Spuren zu legen, die den Leser in die Irre führen, um am Ende mit einem geschickten Zug den Erwartungen des Lesers gerecht zu werden. Alle Hinweise finden sich in den kurzen Kapiteln und man muß nur genau hinsehen. Was den Roman aber so lesenswert macht, ist sein einfacher und amüsanter Schreibstil, von dem man in eine vergangene Zeit geführt wird, in der Geschichten vom Mord und Totschlag noch sehr stilvoll waren. Zwar ist Dickson Carrs Zeichnung des Charakters des deutschen Kriminalisten sehr einfach, doch macht gerade diese zackige und schneidige Art diesen zu einem unvergeßlichen Charakter. Im Gegenzug bleibt auch der eigentliche Held der Geschichte, Bencolin, dem Leser ein Rätsel, da er bloß als schlauer, aber auch fast emotionsloser Mensch durch die Geschichte wandelt.