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Tony Hillerman: Das goldene Kalb. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt
Taschenbuch Verlag, 2003. 286 S. ISBN 3-499-23355-X
Tony Hillerman, dessen erster "Ethnokrimi" mit den Polizisten der Navajo
Tribal Police 1970 erschien, schickt seine Helden Joe Leaphorn und Jim
Chee wieder aus, um einen neuen Fall im Reservat der Navajos zu lösen.
Jim Chees junge Kollegin Bernadette Manuelito entdeckt bei einer Streifenfahrt
die Leiche eines jungen Mannes in einem verlassenen Pick-up. Dabei handelt
es sich um Thomas Doherty, den Neffen eines ehemaligen Sheriffs. Dieser
Umstand bringt Jim Chee und Officer Manuelito auf eine erste Spur. Doherty
hatte sich im ehemaligen Büro seines Onkels eingehend nach einem alten
Fall erkundigt, in dem in Zusammenhang mit der Suche nach einer alten
Goldmine ein Mann bei einem Streit mit seinem Geschäftspartner erschossen
worden war. Der Schütze, der Millionär Wiley Denton, war nur wegen Totschlags
verurteilt worden, da er ausgesagt hatte, dass sein Gegenüber, Marvin
McKay, ihn mit einer Waffe bedroht habe. Der pensionierte Lieutenant Joe
Leaphorn, der damals für den Fall zuständig war und immer ein ungutes
Gefühl bei der Aussage von Denton hatte, wird nicht nur durch Jim Chee
wieder an diesen alten Fall erinnert, sondern auch durch Wiley Denton
selbst, der ihn als Privatdetektiv anheuern will, um endlich eine Spur
von seiner Frau zu finden, die an dem Tag, an dem Denton McKay erschoss,
spurlos verschwand. Leaphorn merkt jedoch schnell, dass Denton ihm auch
jetzt nicht die Wahrheit über die Umstände von McKays Tod gesagt hat.
Währenddessen gelingt es Bernadette Manuelito, die legendäre Goldader,
um die sich anscheinend alles dreht, ausfindig zu machen. Kurz nach ihrer
Entdeckung wird auf sie geschossen. Getroffen wird sie aber nicht, aber
dieser Schuss führt sie und Jim Chee zu einem alten Schamanen, der in
der Nähe der Goldader in seinem Hogan, dem traditionellen Wohnhaus der
Navajos, lebt und der das Tal, in dem sich die Goldader, aber auch eine
heilige Stätte der Navajos befindet, unbedingt vor den Weißen schützen
will. Inzwischen findet Leaphorn heraus, dass an dem Tag von Linda Dentons
Verschwinden drei Jugendliche auf dem Gelände des Munitionsdepot der Army,
Fort Wingate, das Klagen einer Frau und leise klassische Musik gehört
haben wollten. Obwohl sie unerlaubterweise die Abkürzung zum Highway über
das Gelände des Forts genommen hatten, riefen sie die Polizei, die aber
nichts finden konnte. Diese Spur wurde damals nicht weiter verfolgt, da
sich dies an Halloween zutrug und so den Jugendlichen kein Glauben geschenkt
wurde. Leaphorn kann sich jedoch gut vorstellen, dass dies etwas mit dem
Verschwinden von Linda Denton zu tun hat. Je näher er jedoch der Wahrheit
über den Tag ihres Verschwinden kommt, desto gefährlicher wird es auch
für ihn...
Tony Hillerman verbindet auch in seinem jüngsten Krimi einen interessanten
Fall, spannende Krimiunterhaltung und einen besonderen Schauplatz. Wer
sich in unterhaltender Form auch ein Bild vom Leben der nordamerikanischen
Indianer heute machen will, ist bei Tony Hillerman, der als Junge eine
Schule für Indianer besuchte, gut aufgehoben. Annemarie Kluge
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