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Liza Marklund: Prime Time. Roman. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2003. 414 S. ISBN 3-455-05158-8 Annika Bengtzon, Reporterin bei der Stockholmer Zeitung Abendblatt, ist eigentlich gerade auf dem Weg in den Mittsommerurlaub, den sie mit ihrem Partner Thomas und ihren zwei kleinen Kindern bei ihren Schwiegereltern auf einer Schäreninsel verbringen will, als sie von ihrem Chefredakteur die Nachricht erhält, dass eine bekannte TV-Moderatorin, Michelle Carlsson, ermordet in einem Ü-Wagen aufgefunden wurde. Annika, die gerade erst wieder nach ihrer Elternzeit in ihren Beruf eingestiegen ist, fühlt sich verpflichtet, diesen Auftrag anzunehmen, zumal sich der Tatort in der Nähe ihres Heimatdorfes befindet und sie sich dort bestens auskennt. Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann fährt sie wirklich zum Tatort, einem Schloss südlich von Stockholm, wo Michelle Carlsson gerade Aufnahme für eine neue Talkshow machte. Annika ist es auch deswegen wichtig, über diesen Fall zu berichten, weil ihre beste Freundin Anne als Produzentin in Team von Michelle Carlsson arbeitete und sich an diesem Wochenende ebenfalls in dem Schloss aufgehalten hatte. Vor Ort stellt Annika schnell fest, dass alle dreizehn Personen, die sich in der Mordnacht im Schloss aufhielten, einen Grund gehabt haben könnten, Michelle zu ermorden. Anscheinend ging es in Michelles letzter Nacht hoch her, der Alkohol war reichlich geflossen und schließlich hatte es heftigen Streit gegeben. Anscheinend war Michelle Carlsson alles andere als beliebt gewesen. Alle dreizehn Personen, die als Täter in Frage kommen, kommen aus der Medienbranche und jeder scheint schnell nur seinen eigenen Vorteil aus dem Tod von Michelle ziehen zu wollen. So wird Annika nicht nur nach und nach einiges mehr über die Motive und Verstrickungen der Verdächtigen klar, sondern sie erfährt auch einiges über die Mechanismen und Funktionsweisen der Fernsehbranche... Auch in ihrem vierten Kriminalroman um die Journalistin Annika Bengtzon schafft es Liza Marklund wiederum, einen spannenden, überzeugenden Krimi mit sehr lebensnah geschilderten Charakteren zu schaffen. Ihre Heldin ist eine junge, berufstätige Mutter mit ganz normalen Problemen, die sich bemüht, Beruf, Mann und Familie unter einen Hut zu bekommen. Diese realitätsnahe Charakterzeichnung macht sicher neben den spannend dargestellten Kriminalfällen und den für schwedische Kriminalromane typischen gesellschaftskritischen Themen einen großen Teil des Erfolgs der Bücher von Liza Marklund aus. Wer sich für die zeitlichen Einordnung dieses Romans in die Reihe der bisher geschriebenen Romane von Liza Marklund interessiert, dem sei gesagt, dass er zwischen Paradies und Olympisches Feuer anzusiedeln ist. Annemarie Kuge |
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