|
Tony Hillerman: Dunkle Kanäle. Thriller. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt, 2004. 286 S. ISBN 3-499-23688-5 In seinem neuesten Krimi beschäftigt sich Tony Hillerman mit der Problematik der mexikanischen Grenze im Südwesten der USA. Officer Bernadette Manuelito hat die Navajo Tribal Police verlassen und sich zur Border Patrol versetzen lassen. Dort hofft sie Abstand zu Jim Chee, der ihr Vorgesetzter war, aber in den sie auch verliebt ist, zu gewinnen und sich über ihre Gefühle klar werden zu können. Unvermutet bekommt sie jedoch Schwierigkeiten, als sie auf einer Patrouillenfahrt eines Tages einem verdächtigen Lastwagen folgt und auf das Gebiet einer Privatfarm gerät. Dort ist man über ihren Besuch nicht gerade begeistert. Ihr Vorgesetzter gibt ihr zu verstehen, dass sie sich besser von dieser Farm fernhält. Gleichzeitig bekommt es Jim Chee mit der Leiche eines Undercoveragenten zu tun, der in das Reservat der Navajos geschickt wurde, um den Verbleib von 176 Milliarden $ Abgaben für indianische Bodenschätze zu untersuchen, die eigentlich in einen Treuhandfond eingezahlt werden sollten. Auch der pensionierte Lieutenant Joe Leaphorn kommt mit diesem Fall in Berührung, als ein Anwalt aus Washington ihn als Privatdetektiv engagieren will, um Licht in das Dunkel um die verschwundenen Milliarden und den ermordeten Undercoveragenten zu bringen. Als eine Spur in dem Mordfall in die Richtung der Privatfarm an der Grenze führt, müssen sich Chee und Leaphorn beeilen, denn Jim spürt, dass Bernie sich in großer Gefahr befindet. So wird er schließlich auch dazu gezwungen, sich mit seinen Gefühlen für sie auseinanderzusetzen. Auch Tony Hillermans neuester Indianerkrimi erzählt auf spannende Art und Weise von den heutigen Lebensumständen der indianischen Völker. Das Besondere an diesem Hillerman ist, dass er diesmal mit Bernie Manuelito eine indianische Frau in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Annemarie Kluge |
||