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Bjarne Reuter: Am Ende des Tages. Roman. München: Diana-Verl.,
2000. 299 S. ISBN 3-8284-0044-2
An einem ganz gewöhnlichen Donnerstag erhält der 78-jährige Leon Culman
einen Brief, in dem ihm angedroht wird, dass er noch am gleichen Tag sterben
soll. Er soll zur Strafe für frühere Untaten hingerichtet werden. Ist
dies nur ein schlechter Scherz oder ist diese Drohung ernst gemeint? Ist
es vielleicht sogar jemand aus seiner Familie oder einer seiner Freunde,
der ihn mit dem Tod bedroht? Leon beschließt, zunächst niemanden von dem
Brief zu erzählen und seinem Tagesablauf ganz normal nachzugehen. Er hegt
mit seinen Freunden ins Schwimmbad und hilft seiner Frau bei den Vorbereitungen
für das Abendessen, zu dem sie wie jeden Donnerstag sechs Familienmitglieder
und Freunde erwarten. Aber Leon kann den Brief nicht vergessen und beginnt
unwillkürlich auf sein Leben zurückzublicken. Vielleicht will der geheimnisvolle
Briefschreiber ja nur, dass er über die Fehler und Sünden in seinem langen
Leben, das ihn nach New York und wieder zurück geführt hat, nachdenkt
und sie eingesteht. So beichtet er seiner Frau und seinem besten Freund
die kurze, längst verjährte Affäre mit dessen Frau. Aber auch dies kann
Leon keine wirkliche Erleichterung bringen. Der Abend rückt immer näher
und Leon weiß immer noch nicht, ob dies der letzte Tag in seinem Leben
sein soll. Er hat sämtliche Sicherheit verloren und beobachtet seine Freunde
und Familie misstrauisch. Die Spannung wird immer mehr gesteigert und
führt gegen Ende des Tages einem unausweichlichen Höhepunkt entgegen,
der über Leons Schicksal entscheiden soll.
Bjarne Reuter hat mit "Am Ende des Tages" einen ungewöhnlichen
und sehr einfühlsamen Psychothriller geschrieben, der einen nicht kalt
lässt, weil die Bedrohung so unvermutet und direkt in das alltägliche
Leben eines alten Mannes eindringt und ihn zwingt, eine unerwartete Lebensbilanz
zu ziehen, die wohl auch bei jedem von uns nicht besser und nicht schlechter
aussähe. Annemarie Kluge
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