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Poul Anderson: Universum ohne Ende. München: Heyne, 1972. 142 S. Heyne-Buch Nr.3306 (nur in Antiquariaten zu erhalten)

Am Bord des Raumschiffes Leonora Christine haben sich 25 Männer und 25 Frauen auf eine Reise zu einer fremden Welt gemacht, die 32 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Falls auf dieser Welt erdähnliche Verhältnisse herrschen, soll sie von den Männern und Frauen besiedelt werden, ansonsten wird der Aufenthalt nur kurz sein und zehn Bordjahre später wäre die Besatzung wieder zurück auf der Erde. Als das Schiff aber ein Materiefeld durchfliegt und das Bremssystem zerstört wird, muss sich die Besatzung auf eine Reise durch den Kern und das Ende des Universums begeben, um dort vielleicht eine Möglichkeit zu finden, den Schaden zu beheben und ein Bremsmanöver einzuleiten. Während im Schiff aber nur Monate und Jahre vergehen, vergeht um sie herum die Zeit viel schneller. Milliarden von Jahren werden sie unterwegs sein und ihre Heimatwelt und die Menschheit werden nur noch Vergangenheit sein. Kann die Besatzung dies ertragen und sich immer wieder neu motivieren? Die Lage wird immer ernster, als es noch zu zahlreichen weiteren Rückschlägen kommt. Am Ende wartet auf die Besatzung aber ein ganz besonderer Neuanfang.

So einfach kann eine SF-Geschichte sein. Man stecke 50 Charaktere in ein Raumschiff, welches die Grenzen zum Bekannten überschreiten muss und schon hat man eine Zwangsgemeinschaft, die nicht nur mit den wissenschaftlichen und körperlichen Anstrengungen einer solchen Reise fertig werden muss, sondern auch mit dem zwischenmenschlichen. Die (Lebens-) Partner werden gewechselt und auch die Befehlsstrukturen den Situationen neu angepaßt. Da kommt es schon öfters zu Streit, Kummer und Sorgen und so manch einer möchte gerne sogar einfach aufgeben und mit dem Universum, welches sich langsam selbst zerstört, untergehen. Ein Mann aber drängt die Mannschaft immer zum Weitermachen und hält die Disziplin mit allen ihm verfügbaren Mitteln aufrecht. Doch auch dieser hat Gefühle und droht an seiner Aufgabe mit jedem neuen Rückschlag zu scheitern. So geht es im "Universum ohne Ende" eigentlich "nur" um das Schicksal einer Zwangsgemeinschaft und dies reicht aus für eine spannende Lektüre.