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15 Minuten Ruhm (Fifteen Minutes)
Regie: John Herzfeld, Kamera: Jean-Yves Escofficer, Drehbuch: John Herzfeld,
Musik: Anthony Marinell, Darsteller: Robert De Niro (Frank Beetle), Edward
Burns (Jordy Warsaw) Vera Farmiga (Daphne) Karel Roden (Emil Slovak),
Oleg Taktarov (Oleg Razgul)
Emil und Oleg landen mit einem Flugzeug in New York. Die erfolglosen Gauner
töten als erstes einen ihrer Landsmänner und dessen Frau. Daphne beobachtet
die aus einem Zornausbruch entstandene Gewalttat und kann fliehen. Sie
wird zum Verbindungsstück zwischen den Mördern und den sich später mit
diesen Morden befassenden Ermittlern. Der Polizist Frank Beetle ist einer
von New Yorks bekanntesten Cops. Er schafft es nicht nur fast jeden Fall
zu lösen, er weiß dazu auch noch mit den Medien umzugehen. Er muß aber
eingestehen, daß er bei dem als Selbstmordversuch getarnten Mord beinahe
daneben gegriffen hätte, wäre nicht auch der Feuerwehrmarshall Jordy Warsaw
am Tatort gewesen. Nun arbeiten die beiden zusammen an diesem Fall und
kommen schnell auf die Spur von Daphne. Auch die Killer sind Daphne auf
den Fersen und haben auf ihrer Suche schon eine weitere Person getötet.
Dazu kommt noch, daß Oleg die Morde mit einer gestohlenen Digitalkamera
aufzeichnet und daß er beim täglichen Betrachten der Medien den Anschein
bekommt, daß die Amerikaner einen echten Killer zu schätzen wissen. So
entsteht ein von den Medien immer stärker beachtetes Katz- und Mausspiel.
Die Killer töten in diesem Film ohne Skrupel und nur mit dem Ziel, durch
ihre Taten berühmt zu werden und damit auch noch eine Menge Geld zu verdienen.
Dies macht sie zwar zu recht unberechenbaren Gegnern, dafür bleiben sie
durch dieses einfache Motiv aber recht eindimensional gezeichnet, auch
wenn die Spiele mit der Kamera der ganzen Sache schon einen gewissen Reiz
geben. Damit wird der Zuschauer zum direkten Mittäter, da er bei den Morden
noch näher an die Tat herangeführt wird. Big Brother als tödliches Spiel.
Gib einem Killer eine Videokamera in die Hand und lasse ihn seine Taten
für etwas Berühmtheit aufnehmen und strahle es dann im TV für das sensationsgeile
Publikum aus. Die Polizisten werden zwar meistens nur während ihrer Arbeitszeit
gezeigt und viel von ihrer Persönlichkeit bekommt der Zuschauer auch nicht
mit, dafür sind beide aber wenigstens in ihrem Auftreten und durch ihr
Handeln klar zu unterscheiden. Der routinierte Cop Frank Beetle hat gelernt,
wie er die Medien zu seinem Nutzen einspannen kann. Dadurch ist er auch
einer Fernsehreporterin recht nahe gekommen und nimmt derzeit allen Mut
zusammen, um sie endlich zu fragen, ob sie seine Frau werden möchte. Jordy
Warsaw ist dagegen viel impulsiver und mit mehr Gefühl bei der Sache.
Er will den Fall aufklären, zeigt dabei aber auch Verständnis für die
Randpersonen wie zum Beispiel Daphne. Der Film hat eigentlich keine richtig
langen Verfolgungsjagden und wenn Spannungsmomente zwischen Jägern und
Gejagten auftauchen, dann nur um die Geschichte etwas mehr ins Laufen
zu bringen. Ganz anders sind da die Gewalttaten der Killer inszeniert,
bei denen ist die Kamera immer ganz nahe am Geschehen und es wird auch
nicht mit Kunstblut gespart. Die Medienkritik geht aber etwas daneben.
Sie ist, sagen wir mal, so kritisch wie sie es schon bei "Stirb langsam"
vor mehr als einem Jahrzehnt gewesen ist. Wenn der wütende Cop den erfolgsversessenen
Moderator einen Kinnhaken versetzt, haben wir diesen Moment schon zu oft
auf der Leinwand gesehen. Die Medienschelte, daß diese immer mehr die
Menschen zu willigen Tätern und Ichbezogenen Monster macht, die mit ihren
gespielten Schicksalen und Oberflächlichkeiten im Mittelpunkt stehen wollen,
dies wird zwar mehr als deutlich dargestellt. Dies dürfte aber jeden halbwegs
mit offenen Augen durch das Leben gehenden schon von selbst aufgefallen
sein. Trotzdem hat der Film gute Szenen, die von guten Schauspielern bestritten
werden. Edward Burns sollte bald so etwas wie ein Ersatz-Richard Gere
werden und anders als bei seinem älteren Kollegen kommt ja noch dazu,
daß er auch als Drehbuchautor und Regisseur erfolgreich ist. Robert De
Niro ist halt er selbst und genau so kommt er auch in diesen Film daher.
Es ist aber ganz süß anzuschauen, wenn er vor dem Spiegel seinen Hochzeitsantrag
übt. Regisseur John Herzfeld, bekannt geworden durch seinen Film "2 Tage
L.A.", wird sicherlich nach diesem Film noch öfters die Gelegenheit bekommen,
sein ganzes Potential zu zeigen. Dazu sollte er aber wieder mehr auf einen
etwas intelligenteren Stoff hinarbeiten. Klar, daß auch er sich mal an
einem publikumsträchtigen Thriller mit einem Topstar versucht, der eben
doch mehr Geld einbringen könnte wie sein ambitionierter Vorgängerfilm.
Alles in allen sind da zwei ganz passable und spannende, wenn auch etwas
sehr effekthascherisch inszenierte Stunden bei diesen Film herausgekommen.
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