Der Fluch der Karibik

In den letzten dreissig Jahren wurde versucht, so ziemlich jedes Kinogenre wieder auferstehen zu lassen. Mit dem Piratenfilm tat man sich aber sowohl als Filmemacher wie auch als Zuschauer recht schwer, so sind aus den letzten 20 Jahren mir bloß zwei solcher Filme im Gedächtnis geblieben. Der eine heißt "Piraten" (1985) und der andere "Die Piratenbraut"(1995). Während Roman Polanskis Werk noch Cineasten mit der Besetzung von Walter Matthau als schrulliger, alter und glückloser Pirat begeistern konnte, blieb das große Publikum diesem Film, vielleicht wegen all der schrulligen Momente, genauso fern wie der eigentlich ganz passable Mix aus traditionellen Abenteuerfilmen von Renny Harlin. Vielleicht machte dieser aber den großen Fehler, seiner Frau Geena Davies die Hauptrolle zu geben, die ja wirklich nie so ganz das Zeug zum Publikumsmagneten hatte.
Nun aber, gute acht Jahren nach "Die Piratenbraut", setzt der bekannte Hollywoodproduzent Jerry Bruckheimer alles auf eine Karte und steckt sehr viel Geld in sehr viel Hollywoodbudenzauber und eine wirklich publikumswirksame Besetzung. Zwar begegnen wir dort diesmal auch wieder einem sehr schrulligen Piraten, doch vielleicht hat ja Johnny Depp irgendetwas besonderes an sich und wenn es nur seine Fähigkeit ist, ein ganz besonderes Publikum in diesen Film zu locken, welches ohne ihn niemals einen Piratenfilm anschauen würde. Und da man trotz schrulligem Piraten erst die eine Hälfte eines Heldenduos hat, gibt man die Rolle des eigentlichen Helden den aus den "Herr der Ringe"-Filmen bekannten Schönling Orlando Bloom, der dann noch das restliche weibliche Publikum ins Kino lockt. Dann haben wir da noch eine junge bezaubernde Schönheit namens Keira Knightley (Kick it like Beckham), die die Männerherzen höher schlagen läßt und um die sich der gerade erwähnte Held nun zu bemühen hat, was ihm aber von einer wilden Schar von verfluchten Piraten schwer gemacht wird, die von einem ebenfalls recht schrulligen, aber auch sehr bösen Piraten angeführt werden, der hier sehr ordentlich von Geoffrey Rush gespielt wird.
Die eigentliche Handlung des Films, die von den gerade erwähnten Schauspielern mit Leben zu füllen ist, beschäftigt sich mit einem glücklosen Piraten, der versucht, sein Schiff zurückzubekommen und der es genauso wie der Gehilfe eines Schmiedes, der das Herz der Gouverneurstochter gewinnen will, mit der unheimlichen Schar von Piraten zu tun bekommt, die unter Führung des gefürchteten Kapitain Babossa stehen. Diese Piraten versuchen einen Schatz wieder zusammenzufügen, damit ein Fluch, der auf ihnen lastet, endlich rückgängig gemacht wird. Diese Handlung spielt auf ein paar Schiffen, einer geheimnisvollen Schatzinsel, einem versteckten Piratennest und im Hafen samt Gouverneurssitz, aus dem die Piraten die schöne Tochter des Gouverneurs rauben. Durch einen Zufall ist diese nämlich im Besitz einer der letzten noch fehlenden Münzen des Schatzes, die sie vor vielen Jahren einem Jungen abgenommen hat, der nun ein einfaches Leben als Schmiedegehilfe lebt. Doch nicht nur der Schatz muß zusammengefügt werden, um den Fluch von Babossas Schar zu nehmen, es braucht auch noch das Blut eines echten Piraten, um diesen wirklich zu brechen.

So schön können Hollywoodfilme sein. Es braucht manchmal gar nicht viel mehr als ein paar gute Schauspieler, die sich durch eine sehr abenteuerliche Handlung kämpfen, die durch ein paar Geister und ein paar nette Einfällen und Gags ständig unterhaltsam bleibt. Ohne die oben erwähnten Schauspieler wäre der Film aber sicherlich nur ein halb so amüsanter Spaß geworden.