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Pieces of April - Ein Tag mit April Burns
Peter Hedges wurde als Drehbuchautor der Nick Hornby Verfilmungen "About
a Boy" und "High Fidelity" bekannt. Ermuntert durch diese Erfolge trat
er nun als Regisseur hinter die Kamera und schuf so einen kleinen netten
Film, der an einen einzigen Tag und in der Zeit zwischen dem frühen Morgen
und dem späten Mittag spielt, in der April Burns sich an die Arbeit macht,
um einen Truthahn zuzubereiten, damit ihre Familie auch etwas Traditionelles
zum Thanksgiving auf dem Tisch bekommt. Es ist das erste Mal, das April
für ihre Familie kocht und es wird wohl auch das letzte Mal überhaupt
sein, an dem sie und ihr neuer Freund Bobby eine Chance haben, das Fest
zusammen mit Aprils Mutter Joy zu feiern. Joy ist todkrank und selbst
die schmerzliche Amputation ihrer Brüste konnte die Ausbreitung des Tumors
nicht aufhalten. Außerdem ist es bitter nötig, daß sich April und Joy
endlich versöhnen, da Joy ihre Tochter für einen seltsamen Freak hält,
der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Joys größte Bemühungen, einen
schönen Moment in ihrem Leben zu finden, den sie mit April teil, schlägt
schon im Ansatz fehl. Trotzdem aber fährt Joy mit ihrem Ehemann Jim, Aprils
Geschwister Timmy und Beth, sowie der Oma Dottie nach New York, um April
zu besuchen. All den im Auto sitzenden Familienmitgliedern schaudert es
zwar bei den Gedanken, wie sie das Essen, das April gekocht hat, herunter
bekommen sollen und alle außer Joy sorgen sich auch darüber, wieviel Kraft
dieser Ausflug doch der Sterbenskranken abverlangt, trotzdem liegt ein
gewisser Zauber über der sich auf den Weg in die Großstadt gemachten Familie,
der aber immer wieder durch böse Gedanken über Joys unaufhaltsamen Tod
zu vergehen droht. Inzwischen macht April eine schreckliche Entdeckung.
Ihr Ofen ist kaputt und der Truthahn muß eine verdammt lange Zeit in einem
solchen gebacken werden. Hilfe suchend klopft sie an die Türen der anderen
Mieter des Hauses, in dem sie mit ihrem Freund wohnt. Ein afroamerikansiches
Ehepaar kann ihr nur für eine gewisse Zeit einen Platz in ihrem Ofen gewähren,
so daß April zwar kurz bei ihrer Suche durchatmen kann, aber immer noch
muß sie irgendwo einen weiteren funktionstüchtigen und nicht im Gebrauch
befindenen Ofen finden. Dies zu schaffen ist an Thanksgiving gar nicht
einfach oder besser gesagt fast unmöglich. Auch Aprils Freund Bobby ist
an diesem Morgen schwer beschäftigt, da er einen billigen, aber guten
Anzug sucht, damit er einen guten Eindruck auf Aprils Familie macht, die
von April daran gewöhnt ist, daß diese sich mit irgendwelchen Drogendealern
abgibt. Dieses Unterfangen ist gar nicht so einfach und irgendein Typ
will ihn sehen, dessen Name Bobby überhaupt nicht bekannt ist. Während
April also nach einem Ofen sucht und Bobby nach einem schicken Anzug Ausschau
hält, kommt Aprils Familie trotz einiger Zwischenstopps ihrem Ziel immer
näher.
Mit einfachen Mittel wie der digitalen Handkamera schaffen es die
Filmemacher zusammen mit ihren herausragenden Darstellern, ein kleines
Kinowunder zu schaffen, das den schon oft todgesagten amerikanischen Autorenfilm
neuen Auftrieb gibt. Endlich verstehen es auch die Amerikaner, daß man
mit sehr einfachen Mitteln Geschichten erzählen kann, die einfach nur
vom Leben der Menschen berichtet. Katie Holmes als April und Patrica Clarkson
als Joy machen es den anderen Schauspielern durch ihre Leistungen sehr
einfach, um einen sehr authentisch wirkenden Film hin zu bekommen, bei
dem das Familienleben niemals wie das Konstrukt eines bemühten Drehbuchautors
wirkt. Bei anderen Filmen ist dies sehr viel schlechter geglückt, bei
denen dann das Leben der Menschen und ihre kleinen und großen Schicksalsschläge
meist nur ein Mittel für eine viel zu rührselige und aufgesetzte Handlung
war. Rührende Momente gibt es in "Pieces of April" auch, doch wirken diese
nie aufgesetzt oder gekünstelt.
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