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Kill Bill Vol.2
Nachdem die Braut sich bei den ersten Mitgliedern der Deadly Viper Assassination
Squard (DIVAS) gerächt hat, ist nun Bills Bruder Budd dran. Leider läßt
sich der mittlerweile als Rausschmeißer ein tristes Leben führende Budd
nicht so einfach besiegen wie die Damen vor ihm. Er schafft es sogar,
daß die Braut in einem Sarg landet und lebendig auf einem abgelegenen
Friedhof begraben wird. Damit scheinen die Rachepläne zu einem vorzeitigen
Ende gekommen zu sein. Da die Braut aber vortrefflich ausgebildet worden
ist, könnte sie aber auch einen Weg finden, um selbst aus dieser Situation
noch einmal lebendig herauszukommen. Wird es also am Ende doch noch zu
einer Konfrontation mit Bill kommen und werden sich einstig Liebenden
bis auf den letzten Blutstropfen erbittert bekämpfen? Ihr werdet es sehen.
Hat man den zweiten Teil dieser Filmsaga gesehen, dann findet man
es plötzlich gar nicht mehr so schlimm, daß diese in zwei Teile geteilt
war. Tatsächlich bedient sich der zweite Teil eines ganz anderen Stils
und ist auch viel weniger kampfbetont und es werden auch viel weniger
Menschen niedergemetzelt. Hier nimmt sich Tarantino wieder Zeit für Dialoge,
wie sie nur wenige in der Mainstreamunterhaltung hinkriegen. Wenn es ums
Kämpfen geht, dann ist diesmal nicht mehr nur noch die japanische Schwertkampfkunst
gefragt. Dieser Teil frönt der Liebe zum klassischem chinesischen Kampfkunstfilm..
Mit Gordon Liu Jia-hui konnte Tarantino eine wahre Legende unter den Kampfkunstexperten
rekrutieren, der mit seiner Darstellung des Pei Mei, dem chinesischen
Lehrer der Braut, wirklich sofort den Charme all der Knochenbrecher-Filme
aus den 70ern wieder auferstehen läßt. Um auch ganz authentisch arbeiten
zu können, ging Tarantino für die dort spielenden Szenen nach China, und
arbeitete auch mit einer einheimischen Filmcrew zusammen. Tarantino wollte
einen Film machen, der die alten Genre wiedererweckt und gleichzeitig
genauso arbeiten, wie es die Filmemacher gemacht haben, die ihn beeinflußt
haben. Der Teil, der in der mexikanischen Wüste und im abgelegenen Westen
der Vereinigten Staaten spielt, ist von einer Vielzahl vom Italowestern
inspirierten Musikstücken unterlegt, für die Tarantino wieder mit seinem
Regisseurskollegen Robert Rodriguez zusammengearbeitet hat, der hier neben
The RZA als Filmkomponist tätig war. All dieser betriebene Aufwand lohnt
sich von der ersten Filmminute an und der Zuschauer, dem der erste Teil
vielleicht etwas zu actionlastig und "Jackie Brown" etwas zu langatmig
war, bekommt genau die Filmkost, mit der Quentin Tarantino zu dem wurde,
der er ist. Er ist der Meister des brutalen Killerkinos, der mit viel
Liebe für Details, dem Verständnis für die unterschiedlichen Erzählformen
und Genre des Kinofilms und mit viel Witz in den Dialogen und einem Hang
für unerwartete Wendungen zu begeistern weiß. Danke, Herr Tarantino, so
macht Genreware wieder richtig Spaß. Richtig Spaß macht der Film vor allem
im englischen Original, da man hier die einfach umwerfende Stimme von
Bill-Darsteller David Carradine genießen kann. Diese eröffnet den Film
und trägt einen ganzen Teil zu seiner Atmosphäre bei.
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