Tödlicher Umweg

Ein talentierter Jungschauspieler ist auf den Weg zu einem Casting in München. Telefonisch erfährt Adrian von seinem Agenten, dass sich außer ihm nur noch sehr wenige im Rennen um den Kampf um die Hauptrolle befinden. Mit einem Hochgefühl setzt Adrian seinen Weg durch eine raue Berglandschaft fort. Nach einem kurzen Stop an einer Tankstelle hat Adrian plötzlich eine blinde Passageirin an Bord. Dies ist erst der Anfang einer Reihe von Vorfällen, die Adrian die Nacht und den darauffolgenden Tag zur Hölle werden lassen. Erst versperrt eine Lawine ihm den Weg und auf der geänderten Route wird er plötzlich von dem Freund seiner Reisebegleiterin zum Anhalten gezwungen. Nach einer Diskussion ist die Frau aber wieder bereit, die Fahrt mit ihrem Begleiter fortzusetzen. Befreit von dieser Last, setzt Adrian seinen Weg fort. Als nächstes findet er ein verunglücktes Fahrzeug und einen Schwerverletzten. In einem sehr kleinen Ort holt er sich Hilfe durch einen Polizisten. Als sie an dem Ort des Unglücks zurückkommen, ist aber von dem Fahrzeug und dem Fahrer nichts mehr zu sehen. Adrian ist verwirrt. Als er plötzlich den Wagen des seltsamen Paars herankommen sieht, hofft er, dass diese auch etwas über den Unfall wissen. Als er den Wagen zum Stoppen bringen will, löst er damit einen weiteren Unfall aus. Das Paar ist sauer und weiß auch nichts von dem ersten Unfall und einem Verletzten. Da der Polizist glaubt, dass mit Adrian irgend etwas nicht stimmt, verbietet er ihm die Weiterfahrt. Er und das Paar (dessen Auto nicht mehr fahrtüchtig ist) sind dazu verdammt, mindestens eine Nacht in dem kleinen Ort zu verbringen, in dem der Polizist lebt. Am nächsten Tag wird durch einen Zufall dann doch noch der nun tote Fahrer des ersten Unfalls gefunden. Nun scheint er aber nicht an den Folgen eines Autounfalls gestorben zu sein, sondern an einer Kugel, die in seinem Kopf steckt. Als der Polizist die Personalien des Toten überprüft, stellt sich heraus, dass dieser wie Adrian auf dem Weg zu einem Casting war. Nun gerät Adrian unter Mordverdacht.

Ein ziemliches Verwirrspiel haben sich da Regisseur Curt Faudon und Drehbuchautor Franz Berner ausgedacht, das aber in der Mitte des Films stark an Spannung verliert, da man da schon weiß, weshalb Adrian all den seltsamen Ereignissen ausgeliefert wird. Dem A-Ha-Effekt folgt auch schnell die Erkenntnis, dass sich die Filmemacher nur aus bekannten Stoffen Hollywoods bedient haben und nicht wirklich etwas Neues geschaffen haben. Dies ist zwar nicht nur das Problem deutscher Kinothriller, sondern auch das anderer Filmschmieden. Irgendwie ist Spannung nur noch schwer zu schaffen, wenn es schon fast alles zu sehen gab. Seltsam ist aber, dass fast jeder "Tatort" sowohl von der Story als auch vom Spiel der Akteure überzeugen kann, dies aber im Kino nicht oder kaum zu schaffen ist. Am Ende, wenn "Tödlicher Umweg" am Zuschauer vorbeigerauscht ist, weiß dieser, dass man dafür nicht ins Kino zu gehen braucht. Die Ursache dafür liegt nicht nur an der dann doch schon irgendwie bekannten Geschichte, sondern auch an dem hölzernen Spiel der Akteure, die recht aufgesetzte Dialoge von sich geben. Davon bleibt auch Sebastian Kochs Leistung nicht ausgeschlossen, der ja in den letzten Jahren durch zahlreiche Fernsehauftritte zu überzeugen wußte.