Die Träumer

In Paris zu Beginn der Studentenproteste im Mai 1968 trifft der junge Amerikaner Matthew auf die Geschwister Eve und Louis. Die drei verstehen sich von Anfang an prächtig, da sie eins miteinander teilen: die Liebe zum Kino. Als die Unruhen zunehmen, wird das Kino aber geschlossen und so kommt es den Dreien nicht ungelegen, dass die Eltern der Geschwister für zwei Wochen verreisen. Matthew zieht bei Eve und Louis ein und ist von seinen Gastgebern schnell beindruckt und fasziniert. Diese Faszination kommt daher, dass die Zwei viel mehr zu verbinden scheint als die normale Geschwisterliebe. Bald vertreiben sich die Drei die Zeit mit Ratespielen, bei denen derjenige, der eine falsche Antwort gibt, eine Aufgabe gestellt bekommt und diese auch zu erfüllen hat. Nach und nach nimmt die erotische Spannung immer mehr zu und die Drei beginnen sich in ihren Spielen zu verlieren. Auch die Fassaden von unbeschwerter Jugendlichkeit brechen bei den Protagonisten zusammen und es zeigt sich, dass sich hinter all der Unbekümmertheit auch viele Ängste verbergen. Keiner kann scheinbar ohne den anderen mehr leben.

Die Romanvorlage von "Die Träumer" aus der Feder von Gilbert Adler bietet Meisterregisseur Bernardo Bertolucci sehr viel Raum für einen Film, der auf eine vergangene Epoche blickt und der sich mit dem Erwachsenwerden und der Liebe zum Kino auseinandersetzt. Dabei wirkt dieser Rückblick auf die 68er auch nie verklärt oder nostalgisch. Bertolucci läßt seine Geschichte sehr modern wirken. Die drei Träumer wirken zeitlos und sie sind es in ihrem Handeln auch. Träumer wird es wohl immer geben und dies ist auch gut so.