Steamboy

Erfindungen sind dazu da, den Menschen zu helfen. Diesen Grundsatz nimmt sich Ray Steam sehr zu Herzen und er versucht alles daran zu setzen, dass die Erfindung seines Großvaters und Vaters - der sogenannte "Steamball" - nicht in die Hände skrupelloser Waffenverkäufer fällt. Die Geschichte von Ray spielt im Jahre 1866, also im Zeitalter der Industriellen Revolution, in der durch Dampfkraft riesige Eisenmaschinen zur Massenherstellung genutzt werden, und in dem Jahr, in dem die erste Weltausstellung in London stattfindet. Ray, dessen Vater und Großvater beide großartige Erfinder sind und in Amerika für die O`Hara Foundation arbeiten, verdient sein Geld in einer Weberei und ist dort für die Wartung der Dampfmaschinen zuständig. Eines Tages erhält er ein Paket, in dem sich eine seltsame Metallkugel und Konstruktionspläne befinden. Am selben Tag tauchen Männer auf, die die Kugel an sich nehmen wollen und sein Großvater, der ihm erst erklärt, dass sein Vater tot sei und ihn dazu auffordert, die Kugel in Sicherheit zu bringen. Dies ist aber kein leichtes Unterfangen, da die O`Hara Foundation nichts unversucht lässt, um im Besitz des Steamballs zu gelangen. Als Ray am Ende einer langen Verfolgungsjagd samt Kugel entführt wird und er sich in einem Schloss unweit des Geländes der Weltausstellung wiederfindet, wird die Sache für den Jungen noch komplizierter, als er merkt, dass sein eigner Vater, der doch noch lebt, den Steamball zum Nutzen der Rüstungsindustrie verkauft hat. Vor den Toren der Weltausstellung kommt es bald zu einer riesigen Schlacht zwischen den Maschinensoldaten der O`Hara Foundation und der britischen Regierung, die natürlich auch in den Besitz des Steamballs gelangen will, um ihre eigene Machtstellung zu untermauern. Für den Jungen beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Spätestens ab der zweiten Hälfte besteht "Steamboy" aus einem einzigen spektakulären Actionfinale, das Jungenträume auf phantastische Weise wahr werden lässt.

Der hauptsächlich am Rechner entstandene Zeichentrickfilm ist ein wunderbares Beispiel dafür, welch tolle erzählerische Möglichkeiten der Animationsfilm bietet. Schauwerte bietet "Akira"-Schöpfer Katsuhiro Otomo zu Genüge und endlich gibt er seinen zahlreichen Bewunderern wieder das, worauf diese lange gewartet haben. Und im Gegensatz zu der doch eher zu belächelnden und unfreiwillig komischen Hayao Miyazaki Produktion "Das wandelnde Schloss" hätte "Steamboy" eine Kinoauswertung verdient. Leider muss man aber bisher nur mit der DVD-Edition vorlieb nehmen, obwohl der Film auf Leinwand sicherlich zu einem Augenschock der Marke "Hero" hätte werden können.