Joe Dreck

"Joe Dreck" ist die Geschichte und der Name eines Sonderlings, eines amerikanischen Trottels der mit einer am Schädel angewachsenen VoKuHiLa-Perücke und achtziger-Jahre Jeans herumläuft, dumm wie Brot ist, aber ein großes Herz hat. Durch Zufall landet Joe in einer Radioshow, in der er seine Lebensgeschichte erzählen kann, zunächst als Opfer des Spotts des Moderators und der Zuhörer und schließlich als Sympathieträger. Diese Lebensgeschichte besteht aus allerlei Kuriositäten: Joe wurde als kleiner Junge am Grand Canyon vergessen und zieht seitdem mit dem Traum sie wiederzufinden durch Amerika. Unterwegs findet er flüchtige Zuflucht in der hoffnungslosen Liebe zu der schönen Brandy, trifft einen High-School-Hausmeister, der in Wirklichkeit Ex-Mafiosi ist, fliegt unfreiwillig in einem Heißluftballon durch halb Amerika, begegnetet einer Alligator-Trainerin, einem psychopathischen Killer und einem indianischen Feuerwerks-Verkäufer.

Das hört sich so weit ganz nett sein, hätte eine nette, skurrile Satire über den amerikanischen Traum sein können. Aber der Hauptdarsteller David Spade ist ex-Mitglied des Saturay Night Life - Ensembles, und seit dem Auftauchen von Adam Sandler, der diesem ebenfalls angehörte, weiß, dass das heutzutage nicht mehr unbedingt für humoristische Qualität spricht; im Gegensatz zu vergangenen Jahrzehnten, in denen Komiker wie John Belushi, Bill Murray und Dan Akroyd dem Ensemble entsprangen. So ist "Joe Dreck", der übrigens von Adam Sandler produziert wurde, nichts weiter als der völlig misslungene Versuch, den amerikanischen Heldenmythos Forrest Gump mit dem Furtzhumor der präpubertären Teeniekomödien, die in letzter Zeit dort so erfolgreich waren, zu verbinden. Das Ergebnis ist so voller dämlicher Kalauer und abgeschmackter Witze, dass das Zuschauen wirklich schwer fällt. Da helfen weder die paar halbherzigen Genreparodien noch der Gastauftritt von Christopher Walken, obwohl er sogar steppt. Aber das kann man sich ja auch im neuen Fatboy Slim-Video anschauen.