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Aviator
Mit „Aviator" nimmt sich Meisterregisseur Martin Scorsese einer der wohl
schillernsten Persönlichkeiten der Luftfahrt und Hollywoods an. Er erzählt
die Geschichte des Millionärs Howard Hughes, der mit einem über vier Jahre
gedrehten Kriegsepos namens „Hells Angels" auf sich aufmerksam machte
und mit diesem Filmprojekt, das in Insiderkreisen längst als reine Geldvernichtungsmaschine
galt, Erfolg sowohl als unabhängiger Produzent und als auch als Regisseur
einheimste. Von da an umgab sich der seltsame Filmemacher mit den schönsten
Frauen Hollywoods und steckte sein weiteres Vermögen in die ständige Entwicklung
neuer Flugzeugtypen. Bald aber stößt er auf einen mächtigen Konkurrenten,
der nichts lieber sehen würde als den Fall der zu Ruhm gelangten Filmlegende
und Flugpioniers.
Wirklich viel lernt man über den mit zahlreichen Neurosen behafteten
und von seltsamen Krankheiten befallenden Howard Hughes trotz der Laufzeit
von 166 Minuten eigentlich nicht. Er war reich, liebte Flugzeuge und Katharine
Hepburn, die er aber verlor, als sie Spencer Tracy lieben- und kennengelernt
hatte. Scorsese zeigt Howard Hughes als Kämpfer und Sieger. Den von Drogen
herbeigeführten Absturz dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit will uns
Scorsese dann nicht mehr zeigen. Nachdem Hughes sein Recht erkämpft hat,
mit seiner Fluggesellschaft TBA auch international starten zu können,
bricht die Erzählung seines Lebens ab. Scorsese scheint sein von ihm errichtetes
Denkmal dieser Persönlichkeit nicht unnötig beschmutzen zu wollen. Ihm
reicht es, seinen Helden als nimmermüden Kämpfer für die eigene Sache
zu zeigen und ein solcher ist Scorsese selbst, der immer wieder aufs Neue
zeigt, wie wichtig ihm Film, Musik und andere Dinge sind und die Persönlichkeiten,
die jene Kulturgüter geprägt haben. Als eine solche Huldigung funktioniert
„Aviator" wirklich gut. Um den Charakter Howard Hughes zu entschlüsseln,
braucht es aber andere Informationsquellen.
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