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Jesus Son
Jesus' Son ist der zweite Film der neuseeländischen Regisseurin Alison
Maclean und beruht auf einer Vorlage des amerikanischen Autors Dennis
Johnson. Der Film erzählt die Geschichte einer Figur, die nur Fuckhead
genannt wird, ein phlegmatischer Heroinsüchtiger, der ziellos durchs Leben
treibt und für den die einzige Konstante seine Liebe zu der ebenfalls
süchtigen Michelle ist. Entsprechend der Vorlage, die eine Sammlung von
Kurzgeschichten ist, erzählt der Film Fuckheads und Michelles Geschichte
in einzelnen Kapiteln.
Die Kapiteln erzählen dabei immer einzelne Geschichten, die voller subtiler
Komik und Abstrusität sind, über die man lacht, obwohl sie die harte Realität
des Drogenmißbrauchs nicht verhehlen. Einige Szenen, wie das Kapitel "Notaufnahme"
sind dabei so randvoll mit absurder Komik, dass die tragischen Szenen
des Films um so wirkungsvoller sind; der Humor des Films wird von seiner
Traurigkeit ergänzt. Dabei wirkt der Film nie zerfasert, sondern zeichnet
eine von Anfang bis zum Ende zusammenhängende und erfassbare Handlung
nach, die die Geschichte des Protagonisten Fuckhead bildet.
Dass das so gut funktioniert liegt nicht nur an der zurückhaltenden Regie,
die immer die Mittel findet, die den Geschichten angemessen sind, sondern
vor allem auch an den Schauspielern. Die Hauptrollen werden von zwei relativ
unbekannten Darstellern großartig gespielt: Billi Crudup, der der Rolle
des Fuckhead eine lakonische Intensität gibt und Samantha Norton als Michelle.
Ebenso passend besetzt sind die Nebenrollen: hier tauchen bekanntere Namen
auf, wie Denis Leary, Holly Hunter und Dennis Hopper. Wenn man Jesus'
Son als Junkie-Film sieht, bleibt natürlich der Vergleich mit Trainspotting
nicht aus - mit dem Jesus' Son tatsächlich einige Ähnlichkeiten hat, was
die Komik angeht, die sich aus Drogenmißbrauch ergeben kann. Jesus' Son
unterscheidet sich aber darin, dass er nicht versucht, die Techno-unterlegte
Hektik und die rauschhafte Atmosphäre von Trainspotting zu erreichen,
denn Jesus' Son ist gleichzeitig auch eine Liebesgeschichte, eine ruhigerer
und vielleicht weiserer Film. Das zeigt sich vor allem in den letzten
beiden Kapiteln, in denen die Geschwindigkeit gedrosselt wird und in denen
in ruhiger Erzählweise gezeigt wird, wie Fuckhead wieder lernt zu leben.
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