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Pearl Harbor
Regie: Michael Bay, Darsteller: Ben Afflek, Kate Beckinsale, Josh Hartnett,
Dan Aykroyd, Alec Baldwin, Tom Sizemore, Cuba Gooding Jr.
Würde ich "Pearl Harbor" als ganz normalen Film ansehen, so würde ich
ihn in der Luft zerreißen und als ganz schlechtes Unterhaltungskino in
der tiefsten Schublade meines filmischen Gedächtnisses vergessen. Doch
da um den Start dieses Filmes durch eine riesige und sehr teure Werbekampagne
so viel Rummel gemacht wird, will ich mich also kurz und schmerzlos mit
diesem Amikitsch auseinandersetzen.
Zum einen haben wir in diesem Film eine dieser typischen Liebesgeschichten,
die in Kriegszeiten immer mal passieren können. Da sind zwei Freunde.
Der eine Freund hat sich ganz toll verliebt, zieht dann aber, da er ja
ein Fliegerass ist, für die Briten in den Zweiten Weltkrieg. Später erhalten
sein Freund und seine Geliebte die Nachricht, daß er abgeschossen wurde.
Die gemeinsame Trauer um Freund und Geliebten führt die zwei sich bis
dahin nicht Liebenden zusammen und so sind sie nun ein Paar. Doch eines
Tages steht der einstige Freund und einstige Geliebte wieder vor der Tür.
Er konnte sich retten. Er ist gar nicht tot. Doch die Freude und Verwirrung
über die Rückkehr des Freundes wird durch den plötzlichen Angriff von
vielen, vielen japanischen Kampffliegern gestört. Dumm auch, wenn man
sich gerade am Ort einer wichtigen historischen Begebenheit befindet.
Nun lassen es die Filmemacher krachen und erstaunen uns mit tollen Schlachtszenen.
Daß aber Teilnahme am Schicksal der dabei sterbenden Soldaten aufkommt,
das läßt die Werbeästhetik von Regisseur Michael Bay nie richtig zu. Historiker
haben dem Drehbuch ja sowieso schon zahlreiche Fehler vorgeworfen und
die Produzenten und Macher winken nur lächelnd ab und sagen dann immer
nur: "Ist ja nur ein Film". Ja, aber ein schlechter. So richtig schlecht
wird dem Zuschauer dann noch von der Überdosis aufgesetztem Patriotismus,
der sogar "Independence Day" und "Armageddon" noch übertrifft. Unsere
zwei liebeskranken Freunde, die es geschafft haben, in ihren Kampfjägern
während des Angriffes ein paar feindliche Flieger zu zerstören, dürfen
bei dem supergeheimen Gegenschlag auf das japanische Festland mitmachen.
Toll, Jungs! Leider ist das so eine Art Selbstmordkommando, aber unsere
Helden sind ja Helden und mindestens einer wird auch zu der Frau zurückkehren,
die ja eigentlich beide ganz toll liebt, aber, da sie von einem der beiden
jetzt ein Baby erwartet, ihre Wahl getroffen hat. Na, ratet mal wer nicht
aus dem Krieg zurückkommt?!?
Alles, was James Cameron mit "Titanic" richtig gemacht hat, machen die
Filmemacher bei "Pearl Habor" vollkommen falsch. Die Hauptcharaktere sind
zu beengt in ihrer Ausdruckskraft und ihrem Handeln, die historische Bandbreite
der Ereignisse und das Schicksal der vielen Personen wird nie richtig
benutzt, um die Tragik dieser Situation aufzuzeigen. Alles ist nur Schein,
oberflächlich und raffiniert in Bildern festgehalten. Ein Film, der auf
wahrer Geschichte basiert, sollte da schon etwas mehr zu bieten haben.
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