Original Sin

Wenn man glaubt, daß ein Regisseur und Drehbuchautor, in dessen Lebenslauf der Gewinn eines Pulitzerpreises zu finden ist, auch ein guter Geschichtenerzähler ist, dann sollte man spätestens nach diesem Film etwas vorsichtiger mit seinen Vermutungen sein. Michael Christopfer schuf mit "Original Sin" einen Erotik Thriller, der, wenn überhaupt, nur durch seine beiden Stars dem Publikum in Erinnerung bleiben wird. Irgendwie hat der Erzähler weder auf eine glaubwürdige Geschichte, noch auf gute Inszenierung geachtet, also muß er gedacht haben, daß er mit Antonio Banderas und Angelina Jolie als Hauptdarsteller schon die halbe Miete eingefahren hätte. Schließlich haben beide eine große erotische Wirkung auf das jeweils andere Geschlecht und "Original Sin" ist ja auch ein erotischer Thriller. Doch wie sage ich immer so schön, nicht die Darsteller machen den Film aus, sondern die Kombination aus den richtigen Darstellern, einer guten Geschichte und einem Regisseur, der all dies mit Hilfe seiner Crew zu einem guten Ganzen macht. Und daran ist die gesamte Crew bei diesen Film richtig gescheitert.

Es geht um den Plantagenbesitzer Luis Antonio Vargas, der eine Amerikanerin heiraten will, die er nur durch ihren gemeinsamen Briefkontakt kennt. Als er dann diese am Hafen erwartet, erlebt er eine große Überraschung. Julia Russel ist nicht das Mauerblümchen, als das sie sich selbst beschrieben hat. Sie ist eine echte Schönheit und sie hat Charme und mit diesem wickelt sie Luis um ihren kleinen Finger. Warum ihre Fingergröße sich aber geändert hat, so daß der vorbereitete Hochzeitsring nicht mehr paßt und warum sie ihre Reisekoffer nicht öffnen will und warum sie auf die Briefe ihrer Schwester nicht reagiert und beim Besuch eines Theaters sich intim mit einem der Darsteller unterhält, all dies ist seltsam, doch Luis schenkt all dem keine große Beachtung. Doch eines Tages ist diese mit dem Vermögen des Plantagenbesitzers auf und davon, nachdem ein Detektiv, der im Auftrage der besorgten Schwester arbeitet, sich nach ihr erkundigt hat. Luis ist danach nicht mehr derselbe und er verliert sich im Suff und im Besuch bei Prostituierten. Irgendwann aber läuft er Julia wieder über den Weg und von da an droht sein Leben in einem Spiel aus Gewalt und Verrat unterzugehen.

Leider wurde der Film, der auf einer Geschichte des Autors Cornell Woolrich basiert, einem Autor also aus dessen Vorlage zu "Das Fenster zum Hof" ein Alfred Hitchcock Großes zu schaffen wußte, vollkommen uninspiriert auf die Leinwand gebracht und auch das erotische Potential dürfte höchstens einen sich noch in den Anfängen seiner Pubertät befindenen Teenager begeistern.