Jurassic Park 3

Manche Dinosaurierforscher oder richtig bezeichnet Paläontologen haben es nicht leicht. Zum einen hatte Dr. Alan Grant die Chance, einige echte und lebende Dinosaurier direkt aus der Nähe zu beobachten, zum anderen mußte er aber erfahren, daß sich ein Mensch, der sich in ihrer direkten Nähe befindet, selten überlebt, um über diese Begegnung zu berichten. Und eigentlich wollte er die Ereignisse, die er auf der Isla Nublar miterlebt hatte, vergessen und mit seinen Forschungen so weiter machen wie er es gewohnt war. Und so gräbt er jetzt wieder lieber nach den Knochen toter Dinosaurier, als jemals wieder den Kontakt zu einem geklonten Exemplar zu suchen. Doch wie schon im ersten Teil dieser mittlerweile zur Trilogie gereiften Filmserie, ist es wieder mal das Versprechen neuer finanzieller Mittel, das den Forscher zurück in die Welt der Dinosaurier bringt. Seine Auftraggeber, das Ehepaar Amanda und Paul Kirby, versprechen ihm, daß er die Insel Isla Sorna, bei der es sich um die Schwesterinsel der Isla Nublar handelt, auf der auch Dinos in großer Zahl gezüchtet worden sind, nicht betreten muß. Sie wollen nur vom Flugzeug aus hinab auf die Wunder der Klontechnologie blicken und freuen sich, wenn ihnen der Wissenschaftler mit seinen Kenntnissen über die Dinos zur Seite steht. Begleitet wird er auf dem Trip von seinem Gehilfen und Vertrauten Billy, sowie einigen Männern, die von den Kirbys beauftragt worden sind. Schon über der Insel muß Grant aber feststellen, daß nichts so ist, wie man es ihm erzählt hat. Das Flugzeug landet und die Kirbys rennen nach irgend jemanden rufend herum. Dann taucht ein riesiger Dino auf und der Fluchtversuch endet mit einer Bruchlandung in den Baumwipfeln und schon ist wieder alles so wie beim ersten Film. Von nun an sind die Gestrandeten auf sich allein gestellt und müssen immer achtsam sein, um nicht im Magen irgendeines Dinosauriers zu landen.

"Jurassic Park 3" nähert sich von seiner Dramaturgie und seiner Spannung wieder sehr dem ersten Teil aus dem Jahre 1993. Wieder ist es der nackte Kampf um das Überleben und die Faszination der lebendig erscheinenden Dinos, die den Zuschauer für gut 100 Minuten gebannt auf die Leinwand blicken lassen. Der Vorteil dieses Teils gegenüber dem doch etwas enttäuschenden Vorgänger liegt wieder einmal in die Balance zwischen Spannung, Dinos und glaubwürdigen Helden. Der von Sam Neil gespielte Dr. Grant ist mit seiner ruhigen bedächtigen Art ein gerne anzuschauender Ruhepool in der Hektik der Spannungshandlung. Unterstützt wird er von dem immer wieder gern gesehenen William H. Macy, der mit seiner Rolle als Held wider Willen für etwas Humor und viel lebensnahe Menschlichkeit sorgt. Trotz alldem ist dies natürlich nur ein Neuaufguß, auf den der Zuschauer entweder Lust hat oder nicht. Aber es gibt auch wieder neue Dinos zu begutachten, allen voran der riesige Spinosaurus. Dieser ist ein Fleischfresser, der sowohl auf Land als auch Unterwasser jagt. Es gibt auch endlich mal Flugdinos zu sehen. Auch die Fans der allseits beliebten Raptoren werden nicht enttäuscht sein. So hilft uns "Jurasic Park 3" über das Sommerloch hinweg und kommt bei all seiner Spannung ohne allzu plakative Gewaltdarstellungen aus, was ja auch etwas war, daß ich persönlich an dem zweiten Teil sehr störend fand, da sich diese Filmreihe als Familienunterhaltung versteht. Noch zu berichten sei, daß dieser Teil diesmal nicht von Steven Spielberg persönlich angefertigt wurde, sondern daß er dem Special Effects-Kenner Joe Johnston dies überließ. Johnston arbeitete lange Jahre, unter anderem auch für Spielberg und George Lucas, als Art Director, wobei er das Aussehen vieler Dinge bei der Star Wars Trilogie gestalten durfte, z. B. den Originalentwurf des kleinen Jedimeister Joda. Als Filmemacher zeigte er sein Können im Umgang mit Special Effects-Storys mit dem Film "Jumanji". Als letztes kann ich auch noch vermelden, daß dieser Teil diesmal nicht auf einer Vorlage des Bestseller Autors Michael Crichton beruht.