Zwei Traumkarrieren

Brad Pitt, Schauspieler, Jahrgang 1965. Er wurde nach nur kurzer Zeit, in der er für einige Fernsehproduktionen arbeitete, durch eine kleine Rolle in Ridley Scotts "Thelma und Louise" für die Leinwand entdeckt. Danach und mit einer viel größeren Rolle in Robert Redfords "In der Mitte entspringt ein Fluß" zeigte er auch, daß er nicht nur gut aussehen kann, sondern durchaus über Charisma und Schauspielerfähigkeiten verfügt. Um das Image des Schönlings ganz zu demontieren, mimte er einen äußerst gefährlichen Psychopathen in dem Film "Kalifornia". Es folgten Auftritte in den Filmen "True Romance", "Interview mit einem Vampir", "Legenden der Leidenschaft" und "Sieben". Für seine Darstellung eines überdrehten Zeitgenossen in dem Thriller "12 Monkeys", wurde er mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Es folgten Hollywoodproduktionen, die zwar gut für die Kinokassen in aller Welt waren, in denen er aber nicht gerade durch viel Darstellungskraft auf sich aufmerksam machen mußte. Es folgte der umstrittene "Fight Club" und er erzwang sich eine kurze, aber wichtige Rolle in "Snatch", dem zweiten Film des Regieaufsteigers Guy Ritchie.

Julia Roberts, Schauspielerin, Jahrgang 1966. Zum erstenmal fiel Julia Roberts durch die ruhigen und etwas kitschigen Filme "Pizza, Pizza" und "Magnolien aus Stahl" auf. Doch 1990 wurde ihr bezauberndes breites Grinsen durch ihre Rolle in der Komödie "Pretty Woman" in der ganzen Welt bekannt. Es folgten einige Aufs und Abs in Filmen wie "Flatliners", "Der Feind in meinem Bett", "Die Akte". Dann klappte es mit dem ganz großen Kassenhits nicht mehr. Viel mehr schien die Welt zu interessieren, mit welchen Mann sie sich gerade einließ, wem sie kurz vor der Hochzeit stehen ließ, um danach scheinbar überstürzt den nächst besten zu heiraten. Außerdem schien es ihr nicht zu gelingen, sich mit ernsthaften Rollen wie in den Filmen "Mary Reilly" und "Michael Collins" zu etablieren. Also kehrte sie zum Komödienfach zurück und dort scheint die Roberts wirklich hinzugehören. Mit den Filmen "Die Hochzeit meines besten Freundes", "Notting Hill" und "Die Braut, die sich nicht traut" katapultierte sie sich zurück an die Spitze der Hollywoodgroßverdiener. Mit einer Gage von über 20 Millionen Dollar in der Hinterhand, war dann der Weg in die absolute Ruhmesreihe der Hollywoodstars noch nicht zu Ende. Mit "Erin Brockovich", in dem sie den Kinobesucher mit ihrer Präsenz geradezu erschlägt, zwang sie die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences zur Übergabe eines Oscars. The Sky was the Limit.

Und so fanden Julia Roberts und Brad Pitt nach langem Suchen endlich ein Projekt, in dem sie beide Seite an Seite zusammen spielen, und dieses heißt the Mexican.

The Mexican

Zufällig geriet Jerry in die Hände eines Mafiabosses. Jerry hat für diesen so manchen miesen Auftrag erledigt. Nun ist es damit genug. Jerry hat seinen letzten Job für Bernie Nayman gemacht. Und so kann er endlich mit seiner Freundin Samantha, die es gar nicht gut fand, was Jerry da die ganze Zeit getan hat, nach Las Vegas fahren, um diese dort als ehrbarer Mann zu heiraten. Leider ist aber Jerrys Boß mit der Art, wie Jerry seinen letzten Job erledigt hat, gar nicht zufrieden. Er brummt Jerry noch einen weiteren Auftrag auf. Dies läßt alle Pläne von Jerry und Samantha platzen und so setzt Samantha Jerry vor die Tür, um alleine nach Las Vegas zu fahren. Jerry versucht also seinen wirklich letzten Auftrag so schnell wie möglich zu erledigen, um danach seiner Liebsten nach Las Vegas zu folgen. Doch dieser eine Auftrag scheint es in sich zu haben. Jerry soll eine alte wertvolle Pistole, genannt "The Mexican" aus Mexico herausschmuggeln. Er weiß, wer die Pistole hat und auch wie er über die Grenze kommt. Doch leider scheint der jahrhundertealte Fluch, der auf der Waffe liegt, nun auf Jerry überzuspringen. Jerry verliert die Waffe kurz nachdem er sie erhalten hat und irgendwie kommen plötzlich Leute ums Leben und Mexico scheint überhaupt nicht das richtige Land für ihn zu sein. Samantha wird indes auch Opfer von Jerrys Aktivitäten. Nur aus Sicherheitsgründen hat Jerrys Auftraggeber ihr einen Killer auf den Hals gehetzt. Leroy ist aber eigentlich kein schlechter Kerl und Samantha scheint sogar das richtige Rezept für dessen verkorkstes Liebesleben zu haben.

Irgendwie ist "The Mexican" nichts weiteres als ein ziemlich ruhiger Film um einen jungen Mann, der sich durch ein ihm fremdes Land schlagen muß und um eine junge Frau, die es plötzlich mit einem Killer zu tun bekommt. Die Grundhandlung an sich hätte eigentlich das Zeug zu einem überaus unterhaltsamen Mordsspaß mit viel südländischen Temperament. Leider aber verläßt sich die ganze Produktion auf die Präsenz seiner beiden Hauptakteure. So richtig temporeich wird dieser Film nie und immer mehr wird einem bewußt, daß James Gandolfini als schwuler Killer Leroy den beiden Stars die Show stiehlt. Daneben bleibt es interessant, zu verfolgen, wie sich die Legende, die sich um die alte Pistole rangt, von Erzähler zu Erzähler ändert. So haben wir am Ende nicht mehr als ein Starvehikel für eine laue Sommernacht, daß man am besten in einem Open-Air Kino mit südländischen Ambiente sich anschauen könnte. Doch ein solches muß erst einmal gefunden werden.