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The Gift
Welche Zutaten benötigt man für einen guten Thriller? Zum einen eine
gute Krimihandlung, in der die Hauptperson und der Zuschauer immer näher
an die Lösung eines Rätsels herangeführt werden. Mischt man diese noch
mit den düsteren Aktionen des Bösen, dann baut sich immer mehr Spannung
auf. Für einen Film braucht man daher mindestens zwei herausragende Schauspieler,
die dieses Gute und Böse verkörpern. Außerdem braucht es eine solide Regie,
die die ganzen Puzzlestücke geschickt zusammenfügt. In "The Gift" hat
diese Aufgabe Sam Raimi übernommen, der schon mit seinem vorletzten Film
"Ein einfacher Plan" einen meisterhaften Thriller zu erzählen wußte. Und
daß der Mann, der mit solchen Schockern wie der "Tanz der Teufel-Trilogie"
Filmgeschichte schrieb, Spannung zu meistern weiß und daß er sich nebenbei
auch als ein Regisseur ausweisen kann, der seine Darsteller zufrieden
stellt, dürfte auch kein Geheimnis mehr sein. So kann er bei "The Gift"
auf eine wirklich namhafte Darstellerriege verweisen. Unter ihnen Cate
Blanchett, Keanu Reeves und die durch ihr Rolle in "Boys Don´t Cry" bekanntgewordene
Hilary Swank. Das Drehbuch stammt von einem der derzeit aktivsten Filmschaffenden
mit Namen Billy Bob Thornton.
Und darum geht es: Annie Wilson ist eine Wahrsagerin, die mit Hilfe ihrer
Karten und angeborenen Intuition versucht, Menschen einen Hinweis auf
ihre Zukunft und auf Fehler in ihrer Vergangenheit zu geben. Plötzlich
ereignet sich etwas sehr Tragisches in der kleinen Südstaatengemeinde.
Die aus gutem Hause stammende Jessica King verschwindet spurlos. Bevor
dies passierte, hatte Annie eine Vision, als sie die Gelegenheit hatte,
mit Jessica in einem Raum zu sein. Sie sah, wie sich die Beine der Schönheit
in die Beine einer Wasserleiche verwandelten. Doch damals sah Annie, die
zu diesem Zeitpunkt mehrere persönliche Probleme zu meistern hatte, keine
Möglichkeit, darauf zu reagieren. Doch seit Jessica als vermißt gilt,
plagen sie immer neue Visionen. Erst aber kümmert sie sich bloß um ihre
eigene kleine Welt, in der sie sich dazu verpflichtet sieht, ihre Freundin
und Kundin Valerie vor weiteren gewaltsamen Übergriffen durch ihren Ehemann
zu schützen und in der sie versucht, dem stets etwas verwirrt wirkenden
Automechaniker Buddy über einen dunklen unantastbaren Vorfall in seiner
Kindheit hinweg zu helfen. Außerdem brauchen ihre drei Kinder alle Aufmerksamkeit,
die sie ihnen schenken kann. Doch dann bitten sie der Verlobte und der
Vater der immer noch nicht gefundenen Jessica um ihre Hilfe.
Und durch die schon erwähnten Stilmittel und schauspielerischen Möglichkeiten
wird so aus "The Gift" ein wirklich spannender Film, der mit zahlreichen
Schockmomenten den Zuschauer bis zum Ende packt. Nur Keanu Reeves, der
mal endlich die Möglichkeit gekommen sah, einen bösen Typen zu spielen,
sollte sich fragen, ob er nicht aufgrund der Leistung seiner teils viel
weniger bekannten Kollegen nicht doch bei Actionknüllern wie "Matrix"
und anderen Popcornproduktionen bleiben sollte. Ein echter Charaktermime
wird aus dem ewigen Schönling wohl nicht mehr werden.
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