Corellis Mandoline

Der Ort der Handlung ist das Dorf Argostoli auf der romantischen griechischen Insel Kephallonia. Wir schreiben das Jahr 1940. Griechenland wird in den Krieg hineingezogen, als italienische Truppen in Albanien einfallen und nun auf dem Weg zu der albanisch-griechischen Grenze sind. Dadurch kommt auch die junge Liebe eines frisch verlobten Paares ins Straucheln. Der einfache Fischer Mandras will zur Grenze, um den Feind zu stoppen. Seine Verlobte Pelagia, die Tochter des weisen Dorfarztes, bleibt zurück. Nach Monaten des Wartens bekommt man auf der Insel die Nachricht vom griechischen Sieg über die Italiener. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, da Hitler die Truppen von Mussolini durch eigene Kräfte verstärkt und somit Griechenland geschlagen wird. Und damit kommt der Feind auch auf die Insel. Es ist ein Trupp Italiener, die unter dem Befehl von Hauptmann Günter Weber die Insel sichern. Schnell stellt sich heraus, daß der Feind aber eigentlich den Bewohnern der Insel keinerlei Schaden zufügen will. Solange die Lage auf dem Festland ruhig ist, braucht sich daran auch nichts zu ändern. Dr. Iannis ist aber gezwungen, einen italienischen Offizier bei sich aufzunehmen und so machen er und seine Tochter die Bekanntschaft des charismatischen Antonio Corelli, einem Lebemann, der es liebt, auf seiner alten Mandoline zu spielen und mit seinen Männern Opernarien zu singen. Und eindeutig zeigt er Interesse an der Tochter des Arztes. Doch diese gibt sich trotzig und erstickt alle Angriffswellen des Offiziers im Keim. Dann taucht Mandras auf und dann folgt der trügerischen Ruhe der Lärm der Kriegsmaschinerie.

Dieser Film wird durch seine bekannte internationale Besetzung getragen. Dies kann bei der englischen Originalfassung zwar dazu führen, daß der Zuschauer einen schlecht gelernten griechischen Akzent nach dem anderen von genau dieser Besetzung zu hören bekommt, da eine Spanierin und ein Engländer Griechen spielen und ein Amerikaner einen Italiener (doch Nicolas Cage, der ja wirklich italienische Wurzeln hat und der schon in "Mondsüchtig" einen formidablen italienischen Liebhaber spielte, traue ich ja schon zu, daß er auch einen italienischen Akzent hinbekommt. Es fällt aber auf, wenn man ihn zusammen mit seinen italienischen Truppen im Bild sieht, daß er viel zu groß ist und viel zu wenig dunkle Haare hat). Bei der deutschen Fassung ist dies aber egal und so kann man sich ersteinmal dem Treiben auf der wunderschönen Insel hingeben und sich auf die langsam entwickelnde Liebesgeschichte konzentrieren. Und mit John Madden, dem Regisseur von "Shakespeare in Love", mit John Hurt als weisen Doktor, der für die nötigen philosophischen Passagen zuständig ist, mit einer rassigen Penelope Cruz, die uns durch die Geschichte leitet und einem liebenswürdig agierenden Nicolas Cage sind beste Grundvoraussetzungen für eine schöne Liebesgeschichte mit mediteranen Flair geschaffen. Dann aber kommt der Krieg auf die Insel und da verliert der Regisseur etwas die Kontrolle über seine Geschichte. Nachdem der Zuschauer weit über die Hälfte des Filmes auf ein Urlaubsparadies versetzt wird, kommt es zum Bruch und plötzlich befinden wir uns in einer billigen Mischung aus "Der englische Patient" und "Der Soldat John Ryan" wieder. Dazu fehlte es der Produktion bei solchen Szenen wohl auch noch an dem nötigen Geld, so daß die ganze Szenerie plötzlich aufgesetzt und hektisch wirkt. Außerdem will man sich als Zuschauer nach dem ersten Handlungsteil auch gar nicht so richtig mehr mit Krieg befassen. So geht dem Film am Ende ziemlich die Luft aus. Am Ende, wenn man aber zu dem Schluß kommt, daß dies doch nur leichtes Unterhaltungskino sein soll, dann wünscht man sich direkt auf eine Insel mit Namen Kephallonia. Den Inselbewohnern dieser Insel wünsche ich aber, daß der Film ein Flop wird und daß ihr Paradies nicht von amerikanischen Touristen überrollt wird.