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D-Tox - im Auge der Angst
Sylvester Stallone spielt in seinem neuesten Comeback-Versuch "D-Tox
- im Auge der Angst" einen FBI-Agenten namens Jake Malloy, der alkoholabhängig
und selbstmordgefährdet ist, nachdem ein Serienkiller seine Frau ermordet
hat. Sein Partner überredet ihn, eine Entziehungskur in einem eigens für
Polizisten eingerichteten Therapiezentrum zu machen, das abseits jeder
Zivilisation in einem ehemaligen Bunker aus dem 2. Weltkrieg eingerichtet
wurde. Kurz nach Beginn der Therapie verschwinden aber die ersten Insassen,
und als die erste Leiche auftaucht wird langsam klar, dass der Mörder
seiner Frau Jake Malloy gefolgt ist.
Der Regisseur Jim Gillespie, der mit "Ich weiß, was du letzten Sommer
getan hast" seinen ersten erfolgreichen amerikanischen Kinofilm inszenierte,
bleibt dem Genre des Slasher-Films treu. Statt die Handlung aber, wie
seit Scream üblich, im Teeniefilm-Setting spielen zu lassen, versucht
er, sie mit einem Cop-Thriller zu verbinden. Obwohl der Versuch, auf diese
Weise einem etwas blutleer gewordenem Genre neues Leben einzuhauchen,
durchaus ehrenwert ist, bleibt das Ergebnis eher dünn - und das trotz
gestandener Schauspieler; an der Seite von Sylvester Stallone sind unter
anderem Tom Berenger, Country-Ikone Kris Kristofferson und Robert Patrick
(bekannt als Mulder-Nachfolger in "X-Files") zu sehen.
Die typischen Ingredienzien des Slasher-Films sind alle da; der abgelegene
Ort, von dem es kein entrinnen gibt, das begrenzte Personal, das nacheinander
blutig niedergemetzelt werden kann und das whodunnit, die Suche nach dem
Täter im aufgrund der Morde immer kleiner werdenden Kreis der Verdächtigen.
Die Verbindung mit dem Thriller-Genre beraubt "D-Tox" aber des, wie sich
zeigt, mitunter wichtigsten Merkmals des Slasher-Movies; der Selbstironie.
Dadurch ist beispielsweise die Brutalität und der Einfallsreichtum der
Morde, ebenfalls typisches Merkmal des Genres, eben nur brutal (und nicht,
wie so oft in Slasher-Filmen, auch lustig) und auch wenig erfinderisch.
Was bleibt ist durchaus einiges an Spannung und ein Rätselraten um den
Mörder, das leider viel zu einfach geraten ist, da es im Kreis der Verdächtigen
nach kurzer Zeit nur noch zwei weiße Männer gibt und wir von dem Mörder
wissen, dass er einer ist. Wirklich lohnen tut es sich also nicht, aber
für Stallone-Fans (wenn's noch welche gibt) und für Freunde von Mördern
mit Äxten ist es immer noch gut. Christian Ulmke
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