Sag kein Wort

Dr. Nathan Conrad, ein erfolgreicher und anerkannter Psychotherapeut, stellt eines Morgens zusammen mit seiner Frau fest, daß seine Tochter spurlos aus der Wohnung verschwunden ist. Dann klingelt das Handy und aus einer Befürchtung wird Gewißheit. Jessie wurde entführt. Die Kidnapper haben diesmal aber keine hohen Geldforderungen parat, sondern sie verlangen von Dr. Conrad eine berufliche Glanzleistung, indem sie ihn auffordern, einer Patientin eines Kollegen eine Zahlenkombination zu entlocken, die diese fest in ihrem Gedächtnis gespeichert hat. Noch eins machen die Entführer klar, sie haben genauen Einblick in die Wohnung und können jede Bewegung von Nathans Frau Aggie, die nach einem Beinbruch ans Bett gefesselt ist, beobachten. Außerdem verbieten sie Nathan über seinen kleinen Auftrag mit irgendeiner Person zu reden. Während sich der Doktor zu seiner Patientin aufmacht, um das Unmögliche zu versuchen, da ihm von den Entführer nur ein paar Stunden Zeit gegeben wurden. Es beginnt ein Nervenkrieg, der in einer spannenden Schnitzeljagd endet.

Ob ein in Not geratender Doktor wirklich in der Lage wäre, einer über Jahre traumatisierten Patientin zu helfen, sei mal dahin gestellt. Trotzdem gelingt es Regisseur Garry Fleder, der schon gekonnt den Thriller "Denn zum küssen sind sie da" inszeniert hatte, sehr schnell sehr viel Spannung aufzubauen. So kommt es hier weniger auf einen Psychokrieg zwischen Doktor und Patient an, sondern auf den Kampf Vater in Not gegen einen gewissenlosen Verbrecher, der sich nach zehn Jahren endlich am Ende eines viel zu langen Weges sieht. Michael Douglas darf mal wieder einen ganz normalen Typen spielen und dies steht ihm eigentlich gut. Die ganzen zwielichtigen Gestalten, die er in den letzten Jahren immer wieder verkörpern mußte, gingen einem ja doch langsam auf dem Geist. Nach seiner Glanzleistung in "The Wonder Boys" erspielt er sich schnell das Vertrauen der Zuschauer, die ihm dann gegen Sean Bean, dem Boromir aus "Der Herr der Ringe" siegen sehen wollen. Am Ende bleibt also ein Thriller übrig, der zwar so manche logische Macke hat, dafür