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Was tun wenn's brennt?
Im Jahr zweitausend geht eine Bombe in einer Villa mitten in Berlin hoch.
Die Schockwirkung ist groß, verdächtigt wird die linke Szene in Berlin.
Die Sonderkommission nutzt die Gelegenheit für weitgreifende Razzien in
der Hausbesetzerszene. Was die Polizei noch nicht weiß, ist, dass die
Bombe dreizehn Jahre alt ist. Damals wurde sie von einem Kreis linksautonomer
Freunde, der sich "Gruppe 36" nannte, gelegt und vergessen, nachdem sie
nicht explodierte. Was die Polizei ebenfalls nicht weiß ist, dass sie
das notwendige Beweismaterial schon bei einer Razzia kassiert haben. Tim
(Til Schweiger) und Hotte sind die einzigen der damaligen Gruppe 36, die
immer noch Hausbesetzer und Autonome sind. Ihnen ist klar, dass das Filmmaterial
für sie ebenso wie für ihre damaligen Freunde fatal wäre. Um einen Weg
zu finden, der Polizei die Filme wieder zu entwenden, nehmen sie mit ihren
damaligen Freunden Kontakt auf. Aber die haben sich verändert und sind
so gar nicht mehr die Spaßanarchisten von damals...
"Was tun wenn's brennt" ist ein Film mit einer interessanten Ausgangsidee,
aus der eine gute, beschwingte Komödie hätte werden können. Größtenteils
ist das auch gelungen. Leider will sich der Film nicht darauf beschränken
und versucht, tiefsinniger zu sein, als ihm gut tut. Zu der Absurdität
der Komödienhandlung soll sich eine realistische Zeichnung der Gesellschaft
in den Lebensentwürfen der Hauptrollen gesellen. Leider fügen sich diese
beiden Ansätze nicht zusammen, sondern widersprechen sich.
Die Figuren sind schon im Ansatz prototypisch entworfen: auf der einen
Seite stehen die beiden Alt-Anarchos Tim und Hotte. Tim ist dabei der
ewige Träumer und Hotte das wütende Opfer des Systems. Auf der anderen
Seite stehen die Angepassten: Maik ist der erfolgreiche Jungunternehmer
geworden, Nele die alleinerziehende Mutter, Flo die Frau, die sich nur
noch an Männern orientiert und Terror, der Jurist im Staatsdienst. Ebenso
eindeutig sind die Repräsentanten des repressiven Staates gezeichnet:
Klaus Löwitsch als prügelnder Altbulle Manowski und dessen junger Kollege
Henkel als Vertreter der neuen, technokratischen Polizeigeneration. Bei
dieser skizzenhaften Charakterisierung bleibt es dann so ziemlich; und
wenn die Angepassten Ex-Autonomen schrittweise zu ihren alten Idealen
zurückfinden, ist das wegen dieser Oberflächlichkeit eher schwer nachzuvollziehen.
So sollen in Konfrontationsszenen zwischen den Charakteren ihre psychologischen
Tiefen ausgelotet werden. Leider sind die Figuren zu eindimensional, als
dass diese Szenen glaubwürdig wirken könnten, und die Dialoge wirken oft
etwas konstruiert. Dadurch wirkt der Film dort, wo er rühren soll, oft
eher platt und klischeebeladen. Für eine Komödie ist eine leichte Klischeehaftigkeit
der Charaktere kein Problem. Die dramatischen, gefühlsbetonten Momenten
aber versagen trotz der weitgehend überzeugenden schauspielerischen Leistung
aufgrund der Eindimensionalität der Figuren und aufgrund der Dialoge,
die zu oft mit dem Holzhammer und pädagogischer Eindeutigkeit daherkommen,
statt der Auffassungsgabe des Publikums zu vertrauen.
Wenn man sich aber von einigen misslungenen Momenten nicht stören lässt,
ist "Was tun wenn's brennt" eine unterhaltsame und gut gefilmte Zeitgeistkomödie,
die neben Til Schweiger als bestaussehendsten Anarchisten (und Nadja Uhl
als bestaussehendster Anarchistin) Deutschlands interessante Ansichten
von Berlin und einen guten Soundtrack zu bieten hat.
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