Tödliches Vertrauen (Domestic Disturbance)

Danny Morrison ist ein Problemkind. Die Eltern sind geschieden, und wenn es Probleme mit der Lebenssituation gibt, neigt er dazu, durchzudrehen und Sachen kaputt zu machen. Als seine Mutter den sympathischen und reichen Rick Barnes (Vince Vaughn) heiratet, überredet sein Vater, der Schiffsbauer Frank Morrison (John Travolta) ihn dazu, den neuen Mann seiner Mutter gegenüber aufgeschlossener zu sein. Als aber die Mutter auch noch schwanger ist, fühlt Danny sich bedroht und reißt aus. Zunächst versteckt er sich im Auto seines Stiefvaters. Der aber sammelt den Gangster Ray (Steve Buscemi) auf, der ihn offensichtlich erpressen will und stattdessen von ihm ermordet wird. Danny bleibt unentdeckt und meldet den Mord der Polizei; da Rick aber alle Spuren verwischt hat, will ihm niemand glauben. Nur Frank hat Zweifel und versucht, die Wahrheit herauszufinden. Als er auf immer mehr Indizien stößt, die darauf hinweisen, dass der Stiefvater seines Kindes ein Mörder ist, wird ihm die ausweglose Situation seines Sohnes bewusst, der gezwungen ist, mit jemandem zusammenzuleben, der vielleicht ein skrupelloser Killer ist.

Die Situation des Kindes, das dem Stiefvater hilflos ausgeliefert ist, ist für einen Thriller immer wieder reizvoll. Das erste Beispiel für einen Film, der diese Ausgangssituation brillant nutzt, ist vermutlich der Klassiker "Die Nacht des Jägers "mit Robert Mitchum als mörderischem Zweit-Ehemann. Überhaupt sind die Parallelen zwischen "Tödliches Vertrauen" und "Die Nacht des Jägers" doch recht auffällig: in beiden Fällen spielt die Beute aus einem Banküberfall eine Rolle; in beiden Filmen heiratet die Mutter einen Mörder und in beiden Fällen will niemand den Kindern glauben schenken. Trotz dieser Parallelen unterscheidet sich "Tödliches Vertrauen" doch genug, um den Plagiatsvorwurf zu entkräften. Gemein ist den Filmen vor allem die Situation, in der ein Kind in der Gewalt eines Mörders ist, ohne sich dagegen wehren zu können. Und "Tödliches Vertrauen" nutzt diese Situation des Zusammenlebens mit dem Mörder fruchtbar aus, um spannende Momente zu erzeugen. Dabei wird die Konstellation durch die des leiblichen Vaters erweitert, der als Ex-Mann kein Recht hat, sich einzumischen, und die Bedrohung seines Sohnes hilflos miterleben muss. Dennoch hat "Tödliches Vertrauen" gerade in Anbetracht einer Ausgangssituation, die schon mehrfach in Filmen genutzt wurde, letztendlich nicht viel Neues zu bieten. Dafür ist der Film aber gut durchdacht, spannend gemacht und schauspielerisch überzeugend. "Tödliches Vertrauen" ist ein Psychothriller, der sich die Zeit nimmt, seine Charaktere und Handlung langsam zu entwickeln. Dadurch, dass er psychologisch stimmig bleibt und auf klaustrophobische Spannung statt auf Action setzt, überzeugt er trotz einiger logischer Fehler.