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Training Day
Jake Hoyt ist seit 19 Monaten Polizist in L.A. Nun will er versuchen,
in eine bestimmte Einheit des Drogendezernats zu gelangen. Darüber entscheidet
ein einziger Tag, den er mit dem Leiter dieser Einheit verbringen muß.
Von Anfang an übt Alonzo Harris dabei großen Druck auf den unerfahrenen
Polizisten aus. Er verbietet ihm das Frühstück, da er nicht beim Zeitungslesen
gestört werden will. Auf der Straße nimmt Alonzo schnell ein paar ahnungslosen
Studenten gerade gekauftes Gras ab. Dieses bietet er Hoyt an, da dieser
sich mit dem, was er bekämpft, auskennen muß. Und wenn man einen Dealer,
von dem man eine wichtige Information haben möchte, abschlägt, etwas von
seinem Stoff zu nehmen, dann hat man ganz schnell eine Knarre am Kopf.
Und so hält auch Alonzo Hoyt eine Knarre an den Kopf. Hoyt lehnt wieder
ab. Und Alonzo will, daß Hoyt abhaut. Er hat bei ihm nichts zu suchen.
Da willigt Hoyt dann doch ein. Schnell wird Hoyt high und später bekommt
er von Alonzo gesagt, daß in der Pfeife nicht das Gras der Studenten war,
sondern eine viel stärkere Droge. An diesem Tag lernt Hoyt eine ganze
Menge mehr. Doch irgendwann an diesem Tag wird er sich fragen müssen,
ob Alonzo nicht längst den richtigen Weg verlassen hat und auf die falsche
Seite gewechselt ist. Dieser hält ihm immer vor, daß man ein Wolf sein
muß, der es nur auf die wirklich fette Beute abgesehen hat, denn nur wenn
man die dicken Dinger zu fassen bekommt, kann man auch tatsächlich was
verändern. Alonzo ist dazu noch ein mehrmalig ausgezeichneter Cop, der
es anscheinend versteht, auf der Straße zu überleben. Auf der Straße,
wo Vergewaltigungen längst zur Alltäglichkeit geworden sind, die für Alonzo
viel zu unwichtig sind. Mit so was sollen sich gefälligst die Streifenpolizisten
herumschlagen. Als Hoyt Alonzo langsam immer mehr vertraut und Alonzo
ihn sogar mit zu den "Besten" der L.A.P.D. genommen hat, beginnt er erst
zu verstehen, wie weit Alonzo bereit zu gehen ist, um seinen Job zu machen
und dabei zu überleben.
Was anhand einer Vielzahl von schon geschriebenen Kritiken über diesen
Film festzustellen ist, ist, daß die Kritiker die Leistung von Denzel
Washington und Ethan Hawke zu würdigen wissen und auch mit der ersten
Hälfte des Films ganz zufrieden sind, in der der Zuschauer glaubt, das
Portrait eines ins Zwielichtige geratenden, aber sehr charismatischen
Polizisten zu sehen, dann aber plötzlich feststellt, daß dies alles nur
auf ein Duell zweier grundverschiedener Charaktere herausläuft, bei dem
von Anfang an der erfahrenere der beiden alle Fäden gezogen hat, damit
der junge Anfänger gar nicht anders kann, als ihm bei dem zu helfen, was
er an diesen Tag machen muß. Und daraus entwickelt der Film gerade dann,
wenn man von dieser Tatsache nichts weiß, eine unglaubliche Eigendynamik.
Der Zuschauer muß nämlich nun zugeben, daß er die ganze erste Hälfte genau
wie der von Ethan Hawke gespielte Hoyt nur benutzt worden ist, damit Alonzo
vielleicht doch noch eine Chance hat, diesen Tag am Ende zu überleben.
Denn auch er agiert aus einem bestimmten Grund. Und Kritiker nehmen es
einem Filmemacher schon übel, wenn sie eine ganze Zeit lang verarscht
wurden. Dann bestehen sie darauf, daß der erste Teil sehr realistisch
ist, während der zweite Teil dann einfach nur viel zu blutig ist. Da haben
sie dann ja auch nicht unrecht. Doch "Training Day" ist ein Thriller und
keine realistische Wiedergabe eines Polizistenarbeitstages. Und so kommt
es auch bei diesem Thriller am Ende zum Showdown. Und auch diesen Showdown
hätte man wie bei so vielen Thrillern auch um mindestens eine Szene kürzen
können. Am Ende wurde der Zuschauer aber auf jeden Fall durch die durchwegs
intelligente Handlung überrascht und vom Spiel eines Denzel Washington
ist man aufs Neue total begeistert.
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