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Die Königin der Verdammten
In dem Film "Interview mit einem Vampir" gab die Figur des melancholischen,
zynischen Vampir Lestat ihren Leinwandeinstand. Jahre später folgt nun
eine Fortsetzung, in der gleich zwei Bücher der Autorin Anne Rice ihre
Umsetzung fürs Kino finden. Heraus kommt eine Geschichte, in der der Zuschauer
miterlebt, wie Lestat nach langem Schlaf durch die Klänge einer Hardcoreband
zurück in das Reich der Lebenden geholt wird. Er beschließt gleich, die
Band zu seiner eigenen zu machen. Er wird der Leadsänger der Band, die
sich von nun an "The Vampire Lestat" nennt. Mit seinen charismatischen,
düsteren Videos und seinen Texten schafft er es schnell, Fans in aller
Welt zu finden. Bei einer Pressekonferenz in London gibt Lestat auch den
Ort seines einzigen Liveauftritts bekannt. Dort wartet er nicht nur auf
seine Fans, sondern auch auf seine Gegner aus den Reihen der Vampire,
da er glaubt, durch seine Texte, in denen er viel über das Leben der Vampire
verrät, diese aus ihren Verstecken zu locken. Doch nicht nur Vampire interessieren
sich für den Musiker. Eine junge Frau, die von seltsamen Erinnerungen
geplagt wird und die in einem Institut für das Paranormale arbeitet, findet
etwas über einen Treffpunkt der Vampire heraus. Ihr Vorgesetzter, der
nicht will, daß Jesse diesen Ort aufsucht, ringt ihr das Versprechen ab,
daß sie dies nicht tut. Im Gegenzug überreicht er ihr ein Tagebuch. Es
ist das Tagebuch von Lestat, in dem dieser sein Leben als gerade zum Vampirgewordener
beschreibt. Er wurde von einem uralten Vampir namens Marius zu einem solchen
gemacht und von diesen in das geheime Leben der Vampire eingewiesen. Eines
Tages findet er auf dem Anwesen seines Schöpfers einen geheimen Gang,
der ihn zu zwei dort ruhenden Herrschern des alten Ägyptens führt. Diese
scheinen zu Statuen erstarrt zu sein. Doch die Frau des Paares tut es
ihm an und er schafft es sogar, sie durch das Spiel auf einer Violine
zu beleben. Als Marius davon erfährt, bricht er jeden Kontakt zu Lestat
ab und schafft auch das alte Herrscherpaar an einen unbekannten Ort. Doch
in der Gegenwart wird auch Akasha, so der Name der einst mächtigen Herrscherin,
durch die Musik Lestats geweckt und auch sie macht sich auf, um Lestat
bei dessen Auftritt zu sehen.
"Die Königin der Verdammten" ist nicht mehr so fesselnd erzählt,
wie es einst Neil Jordan mit seinem Vampirfilm geschafft hat. Dies liegt
zum einen an den recht unbekannten Darstellern und zum anderen an der
doch etwas billig wirkenden Inszenierung. Trotzdem stecken in den Romanvorlagen
so viele gute Ideen, daß am Ende auf jeden Fall ein spannender Film herauskommt,
der aber auch bloß ein Pilotfilm einer 22teiligen TV-Serie hätte sein
können. Daß die Vampirkönigin Akasha von der jüngst verunglückten Sängerin
Aaliyah gespielt wird, wird dem Film auf jeden Fall einen Zuschauerbonus
einbringen, der ja schon bei "The Crow" sein Übriges zum Erfolg dazugetan
hat. Von den Schauspielern konnte nur Vincent Perez als Marius begeistern,
der genauso zynisch und theatralisch auftritt wie es Tom Cruise einst
selbst als Lestat getan hat. Der jetzige Lestat-Schauspieler Stuart Townsend
wird zwar durch seine Ähnlichkeit mit zahlreichen Gothic-Musikern viele
weibliche Fans finden, doch ist sein Spiel viel zu harmlos und er läßt
den einst doch sehr gut charakterisierten Vampir zu einer minderwertigen
Kopie seiner selbst werden. Der Soundtrack mit den Songs von KoRN-Leadsänger
Jonathan Davis und Stücken von Marilyn Manson, Orgy, Linkin Park und anderen
zur Zeit bekannten Bands wird ein sicherer Erfolg werden.
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