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Die Royal Tenenbaums
Ein Anwalt namens Royal Tenenbaum verläßt seine Frau und seine Kinder.
Er zieht in ein Hotel, aus dem er erst dreißig Jahre später heraus muß,
da es finanziell gar nicht gut um ihm steht. Nun entscheidet er sich dazu,
zurück zu Frau, Haus und Familie zu gehen. Dies ist kein einfacher Schritt,
da ja so einiges passiert ist. Seine Frau Ethel hat sich zum Beispiel
in ihren Buchhalter verliebt und plant diesen zu ehelichen. Seine Kinder,
die allesamt das Zeug gehabt hatten, Glanzlichter auf ihren eigenen Gebieten
zu werden, stehen allesamt am Ende einer Einbahnstraße, aus der es kein
Zurück zu geben scheint. So kehren auch Chas, der alleinerziehende Vater
zweier Söhne, der als Finanzmakler gescheitert ist, Margot, die das Zeug
dazu hatte, als Autorin von Theaterstücken schnell ihren ersten Pulitzer
einzuheimsen, die aber in ihrer Ehe und im Leben auf Leerlauf geschaltet
hat und Papas ganzer Stolz Richie, ein Tennisprofi, der vor kurzen auf
dem Spielfeld einen Nervenzusammenbruch hatte, in das rote Backsteinhaus
ihrer Kindheit heim. Eine Familie, wie sie wunderlicher nicht sein könnte,
trifft sich und versucht miteinander zu leben.
Was Wes Anderson mit seinem zweiten Film uns da versucht aufzutischen,
ist schon ein starkes Stück. Karikaturen der New Yorker Gesellschaft,
von denen man sonst nur in Szenemagazinen und Boulevardblättern liest,
vereint er in einer einzigen Familie und er glaubt auch noch damit durchzukommen.
Dann weiß der arme Zuschauer noch nicht einmal, was das Ganze sein soll.
Ist es nun eine Komödie, eine Satire, ein Familiendrama mit äußerst albern
angezogenen Schauspielern oder will uns der Filmemacher vielleicht nur
unsere verkommene Gesellschaft vors Auge führen? Will man so etwas im
Kino dann auch noch sehen? Klar will man das. Dafür gibt es doch das Kino.
Einen Blick auf die Formen des Lebens zu gestatten und diese auf Film
zu bannen, um uns zu belustigen, zu bestürzen und um uns Futter fürs Hirn
zu geben, das ist es, was man unter anderem mit dem Medium Film versucht
zu tun. Auch eine amerikanische Komödie mit einer Besetzung mit der man,
wenn man nicht gerade Robert Altman heißt, auch vier Filme hätte drehen
können, darunter Stars und Sternchen wie Gene Hackman, Anjelica Houston,
Ben Stiller, die von Halle Berry als Oscar-Heulsuse Nummer 1 abgelöste
Gwyneth Paltrow und andere kann so etwas beim Zuschauer erreichen. Dazu
braucht es aber vor allem auch eine gute Story und von kurzen Geschichten
quillt dieser Film geradezu einfach nur über.
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