Heaven

Eine Lehrerin begeht ein Attentat. Doch der Bombenexplosion fallen vier Unschuldige zum Opfer. Warum hat diese Frau das getan? Sie konnte nicht mehr zusehen, wie immer mehr Menschen den Machenschaften eines Einzelnen zum Opfer fallen. In der Haft gewinnt sie die Zuneigung und das Verständnis eines jungen Carabinieri. Zusammen gelingt ihnen zwar die Flucht, doch wird der Weg, den sie gemeinsam nun beschreiten werden, kein langer sein. Doch ihr Ziel ist erreicht.

Die Idee zu dieser Geschichte fand ihren Ursprung in der Zusammenarbeit des Autors Krzysztof Piesiewicz mit dem Regisseur Krzysztof Kieslowski, der wir schon unvergeßliche Filme wie die "Drei Farben"-Reihe zu verdanken haben. Nach dem Tod Kieslowskis landeten die Rechte bei dem amerikanischen Produzenten Harvey Weinstein, dem Chef der Miramax. Dieser bot den Stoff dem Filmemacher Anthony Minghella an, der zwar bei der Entstehung des Films helfen wollte, ihn aber nicht inszenierte. Dies tat ein junger deutscher Filmemacher, der mit seinem Film "Lola rennt" international von sich reden machte. Tom Tykwer fand in der Geschichte viel angesprochen, das er auch schon selbst erzählt hatte. Und so machte er sich daran, die Geschichte einer ausweglosen Liebe in der für ihn typischen Art in präzise und gekonnte Bilder zu packen. Tykwer wird damit immer mehr zu einem international agierenden Filmemacher, der zeigt, daß internationales Kino nicht unbedingt dem Zwang ausgesetzt sein sollte, für eine bestimmte Zielgruppe ansprechend zu sein. Noch immer wird zu sehr auf die Analysen von Marketingexperten vertraut, wenn es darum geht, den richtigen Stoff auf Film zu bannen. Dies wird zwar immer reichen, um Kino für den Moment zu machen, aber große Filme, die auch noch in der Zukunft ihren Wert haben werden, lassen sich hoffentlich nicht vorausplanen. Daß Tykwer jetzt schon den Ruf eines unabhängig agierenden Regisseurs hat und auch seinen Themen treu bleibt, beweist, über welches Talent und welche Kraft dieser immer noch junge Filmemacher verfügt.