Spider-Man

Peter Parker ist ein ganz normaler Junge, der im alltäglichen Leben so seine eigenen Schwierigkeiten zu bewältigen hat. Er nicht gerade der beliebteste Schüler und wird ständig von den Sportskanonen der Schule zum Opfer böser Späße gemacht. Eines Tages besucht seine Klasse ein Labor, in dem mit genetisch veränderten Spinnen gearbeitet wird. Eine dieser Spinnen ist ihrem gläsernen Gefängnis entkommen und hat nichts besseres zu tun, als Peter zu beißen. Dadurch verändert sich sein Leben total. Mit dem Biß übertrug die Spinne ihre Fähigkeiten auf Peter, der so einiges an Kraft und Geschicklichkeit dazu gewinnt. Und auch das Abschießen eines Netzes wird ihm beim Kampf gegen die fiesen Mitschüler helfen können. Wer weiß, vielleicht hat er auch nun das Zeug dazu, das Herz der Schulschönheit Mary Jane zu gewinnen. Es warten aber auch Probleme auf Peter. Zwar kann er durch seine neu erworbenen Kräfte etwas Geld verdienen, indem er bei Schaukämpfen gegen wilde Ringer antritt, als er aber, nachdem ihm der Veranstalter dieser Kämpfe Geld verweigert, einfach zusieht, wie ein gemeiner Dieb diesen um sein Geld erleichtert und der gleiche Dieb im weiteren Verlauf seiner Flucht Peters Onkel tödlich verletzt, wird aus dem wütenden Junge ein Kämpfer für das Gute und Gerechte. Mit großer Macht erhält man eben auch große Verantwortung. Wo aber ein neuer Held die Bühne betritt, da braucht es nicht lange, bis auch ein böser Schurke auftaucht. Dieser ist dann auch noch der Vater von Peters besten Freund Harry. Harry Osborns Vater ist ein Großindustrieller, dem es einfach nicht gelingen will, das Militär von seinen neuesten Errungenschaften zu begeistern. Aus reiner Wut läßt sich Norman Osborn experimentell verändern und von diesem Zeitpunkt an führt er als Grüner Kobold ein gefährliches Doppelleben. Da der Grüne Kobold bei seinen spektakulären Auftritten schnell von New Yorks neuesten Helden Spider-Man gestört wird, versucht er schnell herauszufinden, wer sich da hinter der Maske versteckt. Und damit gerät bald Peters engster Familien- und Freundeskreis in größter Gefahr.

Nun wurde endlich auch die vierzig Jahre alte Entstehungsgeschichte des Superhelden Spider-Man von Hollywood in angemessener Form auf die Leinwand gebracht. Dabei legt diese Verfilmung, die es durch die große Erwartungshaltung der Comicfans nicht einfach hat, viel Wert auf Werktreue. So wurde bei der Besetzung der einzelnen Charaktere viel Wert auf Ähnlichkeit mit den Comicfiguren gelegt und Sam Raimi sind da mit Tobey Maguire und Willem Dafoe wirkliche Glücksgriffe gelungen. So lange diese Schauspieler dann auch einfach nur ihre Rolle zu spielen haben, ist der Film einfach gutes Unterhaltungskino. Leider bricht immer dann ein Graben in der Inszenierung auf, wenn der Superheld und der Superschurke ihre Auftritte haben. Dann übernehmen die Computerspezialisten und plötzlich wirkt alles überzogen bunt und grell. Den größten Minuspunkt gibt es aber für die Wahl des Grünen Kobold-Kostüm, da hätten sich die Filmemacher etwas mehr ans Original halten sollen, denn die Rüstung des Kobolds sieht so dämlich aus, daß er gleich seiner ganzen dämonischen Bösartigkeit beraubt wird. Daß dies einem Regisseur passiert, der wirklich weiß, wie das Böse auszusehen hat, schließlich schuf Meister Raimi einst "Tanz der Teufel", ist mehr als zu bedauern. Na, vielleicht werden die Schurken dann von Film zu Film besser, denn Teil 2 und 3 sind schon geplant.