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Viel Passiert! Der BAP-Film
Zur Hochzeit der "neuen deutschen Welle" gelang es der Gruppe BAP mit
kölschen Texten und Rockmusik den Durchbruch zu schaffen. Die Welle verschwappte,
doch BAP blieb. Wolfgang Niedecken, der charismatische Frontmann mit sozialem
Gewissen und dem Gespür für Texte, die seine persönlichen Erfahrungen
und alltägliche Lebensweisheiten wiedergeben, erzählt von Stationen der
über zwanzigjährigen Geschichte der Gruppe, die von der Garagenband, die
bei Proben mehrere Kästen Kölsch vernichtete, zu einer nicht mehr wegzudenkenden
Größe des deutschen Musikmarktes wurde. Dies verbindet der Regisseur Wim
Wenders mit der Aufarbeitung einer glanzvolleren Zeit, in der ein Kinosaal
noch etwas war, in dem der Filmvorführer und das Zigarettenmädchen Teil
von etwas Glanzvollen und Großen war. Gleichzeitig erlebt der Kinozuschauer
beim Auftritt der Gruppe BAP in der Essener Lichtburg, mit welch breit
gefächerten Repertoire diese Gruppe in der Lage ist, bei ihren meist über
drei Stunden dauernden Konzerten ihre Fans zu begeistern.
Man sollte Lust auf das haben, was uns Wolfgang Niedecken und Wim
Wenders mit diesem Film präsentieren wollen. Das Herunterbeten der wichtigsten
Karrierepunkten im Zusammenspiel mit eingeflochtenden Spielszenen, in
denen Joachim Krol und Marie Bäumler als gute Geister einer schöneren
Kinowelt auftreten, verlangen ab und an etwas Geduld. Wim Wenders wollte
keinen Kölner-Sozial-Club zeigen, sondern einen neuen Film machen, der
ihm die Chance gab, zwei Dinge zu zeigen. Wie prachtvoll kann ein Kinosaal
sein und was hat Wolfgang Niedecken seinem Publikum mitzuteilen. Schön
sind auch die dokumentarischen Fragmente, die Erzähltes nicht ganz ohne
Ironie unterstreichen. Schade ist aber, daß die anderen Bandmitglieder
von BAP außerhalb ihres Konzertauftritts kaum eine Rolle spielen und kaum
Erwähnung finden. Der ganzen Bandgeschichte mit den typischen Konfrontationen
zwischen den Musikern und deren Erfahrungen in der Zeit, in der sie ein
Teil von BAP waren, räumt der Film leider keinerlei Platz ein. Alle Fans
der Gruppe werden aber trotzdem wohl ihre Freude an dem Werk zweier ganz
eigenständiger Individualisten haben und feststellen wieviel Zeit vergangen
ist, seitdem sie zum ersten Mal "Verdamp lang her" gehört haben. Und da
dokumentiert dieser Film wie so viele andere Dokumentarfilme einfach nur
den Fluß der Zeit.
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