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K-19 - Showdown in der Tiefe
Das Atom-U-Boot "K-19" ist eine Geburt des Kalten Krieges. Mit dem mit
Atomwaffen ausgerüsteten U-Boot wollte die sowjetische Führung zeigen,
daß sie es mit der Kriegsmaschinerie der USA aufnehmen konnte. Doch scheint
man bei der Herstellung des Schiffes und bei der Bereitstellung für den
ersten großen Einsatz nur darauf zu achten, daß man mit dem Gegner technisch
Schritt hält, aber die Sorgfalt und die Verantwortung, die mit einem solchen
Großprojekt einhergeht, wird total aus dem Auge verloren. Schon während
der Fertigstellung sterben einige Arbeiter und Crewmitglieder und immer
wieder werden noch kurzfristig Besatzungsmitglieder ausgetauscht. So wird
auch Kapitän Mikhail Polenin (Liam Neeson) durch Kapitän Alexei Vostrikov
(Harrison Ford)ersetzt und zum Ersten Offizier heruntergestuft. Als das
Schiff fertiggestellt ist, wird es sofort hinaus in die Weltmeere geschickt.
Von nun an beginnt für die Besatzung eine harte Zeit, da Vostrikov Mensch
und Technik bis zum Äußerten austestet. Vostrikov will ein guter Soldat
sein und beweisen, daß er der richtige Mann für diesen Job ist. Erst schickt
er das Boot in allertiefste Tiefe hinab, so daß das Material des Bootes
ächzt und kracht, dann befiehlt er ein schnelles Auftauchen, obwohl er
weiß, daß die Wasseroberfläche meterdick zugefroren ist. Nachdem Crew
und Boot diesen Test aber überstehen, macht sich ein Gefühl von Stolz
auf die erbrachte Leistung breit und vergessen scheinen die Momente zu
sein, in denen die Besatzung an ihrem Kapitän gezweifelt hat. Es folgt
eine Order aus dem Hauptquartier und die K-19 begibt sich in feindliches
Gebiet. Während des Einsatzes unweit der amerikanischen Küste führen die
technischen Mängel des Bootes zu einer Katastrophe, ein Leck im Kühlsystem
des Reaktors wird entdeckt und nun muß die Besatzung nicht nur um ihr
eigenes Leben fürchten, sondern auch damit rechnen, daß die K-19 entdeckt
wird und somit den Dritten Weltkrieg auslösen könnte.
Ein Film, der in einem U-Boot spielt, hat so seine eignen Grenzen,
zu denen die Macher ähnlicher Filme alle schon vorgedrungen sind. So haben
wir einen sehr eingeengten Spielort und da sich solche Filme meist auch
nur mit militärischen Themen befassen, ist für Liebesgeschichten oder
anderes Beiwerk einfach kein Platz. Es geht um die Besatzung, die Befehle
ausführen muß und es geht um das Boot, das meistens irgendwann zu Bruch
zu gehen droht. So mag man zwar meinen, daß eine Regisseurin, die einen
U-Boot-Film macht, was besonderes ist, da sie sich in eine Männerdomäne
begibt. Da Kathryn Biglow aber schon oft Genrefilme gedreht hat, die man
meist nur männlichen Kollegen zugetraut hätte und sie sich dabei sogar
noch als wunderbare Erzählerin bewiesen hat, ist dies schon nichts mehr
Besonderes. Daß der amerikanische Film eine Geschichte aus der Sicht der
Russen zeigt, ist schon mal ganz angenehm, doch man könnte auch hier unterstellen,
daß man nur zeigen wollte, daß die russischen Militärs den amerikanischen
meist wohl doch unterlegen waren. Diese Geschichte beruht aber auf einen
wahren Fall und es hat die hier handelnden Personen auch wirklich gegeben
und auch die Katastrophe und deren Bewältigung durch viel zuviel militärische
Ehre, hat sich so zugetragen. Und darin liegt das Manko. Biglow konzentriert
sich nämlich auf alles, was spannend ist. Sie hetzt ihre Schauspieler
bis zum Erbrechen durch das enge U-Boot und gönnt ihnen keine Ruhe. Sie
baut von Anfang an unheilvolle Stimmung auf und außerdem schürt sie auf
zu einfache Weise den menschlichen Konflikt zwischen den von Liam Neeson
und Harrison Ford gespielten Offizieren, der noch nicht einmal richtig
ausgeschöpft wird. Hier vergißt sie die nötige Ruhe und zu wenig gibt
sie über das Innenleben der Menschen an Bord preis. Daß Fords Charakter
seinen Vater im GULAG verloren hat, dient wohl nur dazu, zu erklären,
warum er sich als so harter Knochen aufspielt, der bemüht ist, seine Familienehre
wiederherzustellen. Neeson bleibt immer freundlich, herzlich und verständnisvoll,
so daß man ihn einfach gern haben muß. Dies sind keine guten dramaturgischen
Mittel. So wird der Film erst in der zweiten Hälfte sehenswert, wenn es
darum geht, die Katastrophe zu meistern und wenn auf schon schmerzhafte
Weise der Wahnsinn der Soldatenehre gezeigt wird. Zwar folgt auch auf
den Wahnsinn wieder etwas militärisches Ehrgefühl, doch ist dies beiweitem
nicht so schlimm, wie es bei Filmen wie "Pearl Habour" und "Die letzte
Festung" der Fall war.
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