High Crimes

Die erfolgreiche Anwältin Claire Kubik ist seit Jahren glücklich mit dem Ex-Marine Tom verheiratet. Als er völlig überraschend verhaftet wird, stellt sich heraus, dass ihr Mann seit Jahren unter falschem Namen lebt und auf der Flucht vor dem Militär ist, weil er angeblich während eines Einsatzes in El Salvador mehrere Zivilisten hingerichtet hat. Tom behauptet hingegen, dass sein Vorgesetzter die Zivilisten erschossen hat und er ihn daran hindern wollte. Claire glaubt an die Unschuld ihres Mannes und übernimmt die Verteidigung. Claire zur Seite stehen der junge Truppenanwalt Leutnant Terrence Embry sowie der im Militärrecht erfahrene ehemalige Starverteidiger Charles Grimes. Bald stoßen sie auf Indizien, die nur einen Schluss zulassen: Tom ist das Opfer einer Verschwörung, in die hochrangige Militärs verwickelt sind.

Die Geschichte des aufrechten Soldaten, der ein Massaker verhindern will und dafür von seinen Vorgesetzten als Schuldiger hingestellt wird, ist nicht gerade neu; wir kennen sie sogar aus "Running Man" mit Arnold Schwarzenegger. Immerhin ist die Idee, diese Geschichte mit einem Militärgerichtsthriller im Stil von "Eine Frage der Ehre" zu vermischen gar nicht schlecht.

Leider erstickt "High Crimes" an seinen eigenen Klischees. Die Bösen sind alle verdammt böse, das Militärgerichtssystem ungerecht, der von Morgan Freeman gespielte abgehalfterte Anwalt teilt sich sein Büro mit einem Hund und seinem Alkoholismus-Problem, und die Junge Schwester der Anwältin ist ein flippiges Luder. Dazu kommt, dass die Handlung doch beachtliche Lücken aufweist und man die ach so "überraschende" Wendung am Ende des Films schon meilenweit kommen sieht. Für einen Gerichtsfilm, der eben nur dadurch Spannung erzeugen kann, dass er mit ständig neuen Wendungen überrascht und nach und nach die Verschwörung aufdeckt, ist vor allem die Absehbarkeit der Auflösung ein Problem.

So bleibt ein solide gemachter Thriller, den man sich zwar ansehen kann, aber weiß Gott nicht muss.