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Roter Drache
Regisseur Michael Mann inszenierte einen Film namens "Manhunter", der
wiederum in Deutschland öfters den Titel wechselte und so auch als "Blutmond"
und "Roter Drache" betitelt wurde und bei dem es um die Jagd des Profilers
Will Graham auf einen Serienkiller, der zwei Familien auf bestialische
Weise getötet hat, geht. Anfang der 90er Jahre nahm sich Regisseur Jonathan
Demme eine weitere Verfilmung des "Roter Drache"-Autors Thomas Harris
vor und schuf damit einen der erfolgreichsten Thriller überhaupt. Die
Rede ist von "Das Schweigen der Lämmer". Mit "Das Schweigen der Lämmer"
gewann auch die Figur des gleichermaßen bösen wie auch charismatischen
Hannibal Lecter durch die Darstellung des britischen Schauspielers Anthony
Hopkins an Profil, die zwar auch in Manns Film auftaucht, dort aber im
Gegensatz zu der Hauptperson und dessen Gegner blaß wirkte. Vollendet
wurde Lectors Präsenz in dem dritten Teil namens "Hannibal", in dem jedoch
neben Hopkins kein Platz für eine schlüssige Inszenierung noch für die
weitere Darsteller blieb. Der sich mehr durch Event-Movies wie den beiden
"Rush Hour"-Teile einen Namen gemachte Regisseur Brett Ratner durfte nun
den zuvor durch Michael Mann verfilmten Roman noch mal inszenieren, der
dann wieder mit Hopkins als Lector auftrumpfen darf. Diesmal ist ein im
Gegensatz zu "Hannibal" wieder spannender und besserer Film herausgekommen,
da sich dieser diesmal wieder auf die Jagd nach dem Serienkiller und allen
an dieser Jagd beteiligten Personen konzentriert. Außerdem merkt man dem
Film an, daß man sich bemühte, die Form zu wahren, die damals von "Das
Schweigen der Lämmer" festgelegt wurde, so daß sich die beiden Filme auch
sehr gut hintereinander ansehen lassen werden.
Wie gesagt, fängt alles damit an, daß ein Killer zwei Familien niedermetzelt
und daß der mit dem Fall beauftragte FBI-Agent Crawford (Harvey Keitel)
versucht, den sich im Ruhestand befindenen Profiler Will Graham (Edward
Norton) für diesen Fall zu gewinnen. Nachdem Will Graham sowohl Hannibal
Lector als auch einen weiteren Serienkiller zur Strecke gebracht hatte
und aus beiden Fällen sowohl geistige und auch körperliche Wunden davontrug,
will dieser sich eigentlich nicht mit diesem Fall beschäftigen. Doch die
Fotos der abgeschlachteten Familien lassen Graham keine andere Wahl. So
begibt er sich in die Häuser der Familien, um sich mit den Taten des Mörders
und dessen Innenleben zu befassen. Da der Killer, den die ermittelnden
Beamten den Namen "Zahnfee" gegeben haben, immer bei Vollmond zugeschlagen
hat, bleibt Graham, bis dieser wieder zuschlagen wird, Zeit. Da Lector,
bevor Will Graham diesen wegen seinen Taten festgenommen hatte, schon
zuvor bei seinen Fällen als beratender Psychologe geholfen hatte, führt
ihn seine Ermittlung auch nun zu diesem. Lector nimmt sich nicht nur Will
Grahams Vermutungen an, sondern äußerst auch Interesse, Graham zu helfen.
Grahams Besuch veranlaßt aber Lector zu einer weiteren Tat und so nimmt
er direkten Kontakt zu der Zahnfee auf. Die Zahnfee mischt von da an mit
und das Kinopublikum lernt einen durch Ralph Fiennes herausragend dargestellten
neuen Psychopaten kennen, der selbst Kultfiguren des Genres wie Norman
Bates das Wasser reichen kann.
Glücklicherweise aber handelt der Film nicht nur von Graham und der
Zahnfee, sondern auch von den mit den beiden im engeren Kontakt stehenden
Personen. Dadurch erst gewinnt der Thriller an Profil, da sich in der
Besetzung Schauspielernamen wie Emily Watson, Phillip Seymour Hoffman
und Harvey Keitel finden lassen. Im Gegensatz zu der ersten Verfilmung
und der Romanvorlage verliert aber der Charakter des Will Graham etwas
an Stärke, was aber allen anderen Rollen zu Gute kommt. Einen typischen
Thrillerfehler erliegt am Ende aber auch Rattner, da am Ende der Geschichte
das wirkliche Ende noch nicht erreicht ist.
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