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THE ONE
Yulaw will sich umbringen. Genaugenommen hat er es auch schon über hundert
mal getan. Allerdings nicht direkt sich selbst im üblichen Sinne, sondern
seine Parallel-Ichs in den Hunderten von Parallel-Universen, die nebeneinander
existieren und zusammen das "Multiversum" bilden. Da alle unsere Inkarnationen
auf den verschiedenen Welten von einem gemeinsamen Energiestrom verbunden
werden, kann man diese Energie aufnehmen, wenn man seinen Doppelgänger
in einem Paralleluniversum tötet. Mit jeder Version seiner selbst, die
Yulaw umgebracht hat, ist er also mächtiger geworden, so dass er mittlerweile
über übermenschliche Stärke und Schnelligkeit verfügt. Sein letztes verbleibendes
Gegenstück, das in unserem Universum lebt, allerdings ebenfalls. Verfolgt
von zwei Beamten einer interdimensionalen Polizeibehörde namens "Multiverse
Bureau of Investigations" macht Yulaw sich auf, diesen letzten anderen
Yulaw, der auf unserer Welt Polizist ist, zu ermorden, um "The One", der
einzige, zu werden. Das klingt nach einer Highlander-Geschichte mit Doppelgängereffekt
und ist es auch. Darüberhinaus besteht der Film natürlich in erster Linie
aus Martial-Arts-Action und Special Effects. Die wiederum sind gar nicht
mal so übel, aber: Noch mal für alle: "Matrix" war nicht wegen der Effekte
ein so erfolgreicher Film, sondern weil man ihn sich anschauen konnte,
ohne bei jedem zweiten Dialogsatz ein gepeinigtes Stöhnen zu unterdrücken.
"The One" kopiert den Matrix-Special-Effects-Stil mit Bullet-Time und
Slow/Fast-Motion-Effekten ziemlich eindeutig und sieht dabei manchmal
albern, oft aber auch sehr gut aus. Leider reicht das nicht, um einen
Film sehenswert zu machen, der aufgrund seiner Vorhersehbarkeit und seiner
abgelutschten Dialoge absolut keine Spannung oder Identifikation mit den
Charakteren aufkommen lassen will. Die riesigen Logiklücken tun ihr übriges,
um einem den Film zu vermiesen. So ganz schaffen diese Sachen es aber
nicht, um auf den positiven Punkt zu kommen. Denn wer auf Martial-Arts-Action
steht, kommt trotzdem auf seine Kosten. Schlechter als in einem Gros der
Hong Kong-Filme sind Handlung und Dialoge nu auch nicht. Und Jet Li zeigt
durchaus, was er kann; mal abgesehen vom Einsatz von Computereffekten
sind die Kampfszenen in Choreographie und Wucht durchaus sehenswert.
"The One" ist also, wie auch Jet Lis letzte Filme "Kiss of the Dragon"
und "Romeo Must Die", ausschließlich was für Fans. Schade eigentlich.
Es wäre mal an der Zeit, dass jemand nach dem Erfolg von Filmen wie "Matrix"
und "Tiger and Dragon" mal nachzieht und intelligentes Kampfkunst-Kino
macht. Christian Ulmke
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