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Die vier Federn
Erst freute ich mich riesig, als ich endlich von einem neuen Film des
Regisseurs Shekar Kapur erfuhr, der mich mit seinem Film "Elisabeth" beeindruckt
hatte. Doch die "Die vier Federn", der mit einer wohlklingenden und frischen
Besetzung auftrumpfen kann, zu der Heath Ledger ("Ritter aus Leidenschaft"),
Wes Bentley ("American Beauty") und Kate Hudson ("Almost Famous") gehören
und der auf einem klassischen Roman des Autors A.E.W. Mason basiert, nimmt
sich bei seinem Ziel, ein klassischer Abenteuerfilm zu sein, leider viel
zu ernst.
Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes mit Namen Harry Feversham,
der wie sein Vater früh dem Militär beigetreten ist. Als einer der besten
und beliebtesten Mitglieder seines Regiments kostest er gerade sein unbekümmerten
Dasein aus, das mit der Heirat der schönen Ethne schon bald seine Krönung
finden könnte. Doch im fernen Sudan hat das Britische Empire gerade so
seine Schwierigkeiten und nach Angriffen auf die Kolonialherren will man
Harrys Regiment zur Hilfe entsenden. Bei der Bekanntgabe dieses Auftrags
geraten Harrys beste Freunde in totale Begeisterung. Endlich dürfen sie
mit erhobenen Haupt für ihr Vaterland in die Ferne ziehen. Bei Harry sieht
das aber anders aus. Er sieht die Gefahr und stellt sich die Frage, was
denn England überhaupt im fernen Afrika zu suchen hat? Am Ende wagt er
etwas für einen Mann seines Standes Unbegreifliches. Er verweigert den
Dienst und tritt aus der Armee aus. Doch als Kriegsverweigerer hat man
es zu dieser Zeit recht schwer. Und so stößt Harry damit überall auf Unverständnis.
Seine besten Freunde senden ihm vier Federn als Zeichen ihrer Empörung
und als Symbol für Harrys Feigheit. Sein Vater verstößt ihn und seine
Verlobte bricht die Verbindung zu ihm ab. Harry hat alles verloren. Während
seine Freunde also in den Krieg ziehen, taucht Harry in ein Leben voller
Einsamkeit und Trostlosigkeit ab, doch als er hört, welch schweren Verluste
die Armee im Kampf gegen die Wüstenkrieger davonträgt und die Listen der
Gefallenden immer länger werden, beschließt er zu handeln. Er verläßt
seine Heimat bei Nacht und Nebel und fährt nach Afrika. Dort versucht
er einen Weg zu seinen alten Kameraden zu finden und muß sich als Araber
tarnen, weil jeder Brite als Spion geächtet und oft auch getötet wird.
Der Weg wird dann auch gefährlich, als sein Führer durch Sklaven brutal
getötet wird. Nur durch Glück wird er selbst verschont. Doch wie will
er allein nun den Weg finden? Doch der Zufall will es, daß Harry von nun
an einen Schutzengel in Form eines afrikanischen Kriegers (Djimon Hounsun,
bekannt aus "Amistad") zur Seite gestellt bekommt, der ihm von nun an
oft helfen wird. Und so schafft Harry es schließlich, sich zu seinen Kameraden
durchzuschlagen und ihnen getarnt als ein Araber auf Tritt und Schritt
zu folgen. Diese mußten mittlerweile erfahren, wie gefährlich und tödlich
ihr Auftrag ist und die Macht ihres fast unsichtbaren Gegners wird immer
größer und so geraten sie schon bald in tödliche Gefahr. Wird Harry ihnen
beistehen können?
Am Ende des Films, wenn klargestellt wurde, daß Harry trotz seiner
Bedenken ein echter Mann ist und noch mal darauf hingewiesen wurde, wie
wichtig der Kampf für Ehre und Vaterland doch ist und daß die Kameradschaft
in der Armee doch wohl wirklich das Größte auf Erden sei, scheint wenigstens
für Harry und seine Liebste wieder alles in Ordnung zu sein. Der Zuschauer
fragt sich derweil, ob die großartigen Massenszenen, die tolle Ausstattung
und die erlebten Gefahren im fremden Afrika das Eintrittsgeld wert waren.
Jemanden, der wenig auf Ehrgefühl und auf die hohen Zielen eines großen
Imperiums Wert legt, und hoffentlich sind diese Zuschauer noch nach wie
vor in der Überzahl, müssen sich aber eingestehen, daß die Geschichte
des Kriegsgegners, der seinen Freunden im Krieg gerne beisteht, für einen
echten Abenteuerfilm sich nicht doch teilweise für ein vielleicht dummes
Ehrgefühl einsetzt. Daß die Spannungsszenen mit der Intensität eines aktuellen
Kriegsfilms dargeboten werden, was zwar durch die gezeigte Grausamkeit
auch einen Hauch von Antikriegsfilm aufkommen läßt, bietet aber für Träume,
wie wir es bei den Wüstenabenteuern von Karl May und Geschichten wie "Die
Mumie" her kennen, kaum Platz. Es gibt ja Filme, denen man trotz all ihrem
Patriotismus trotzdem eine Chance gibt und die teils auch Sympathie verdienen,
weil die gemeinsam erlebten Abenteuer der Helden und auch die ruhigen
Momente irgendwie ja doch "bloß" Kinounterhaltung sind. Bei "Die vier
Federn" bin ich aber nicht ganz überzeugt, ob dieser Film auch ein solcher
ist.
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