Stirb an einen anderen Tag

Da bekommt der alten Haudegen James Bond in letzter Zeit einen neuen Konkurrenten nach dem anderen hinterhergejagt, die alle von sich behaupten, besser, schneller und viel zeitgemäßer zu sein und all diesen angeblichen Superagenten zeigt er nun mit seinem neuen und zwanzigsten Kinoabenteuer, daß doch er der einzig wahre Kinoagent ist. "Triple X" und Co sehen da wieder ziemlich blaß aus.

Dies verwundert, da selbst die Pierce Brosnan-Bondfilme nach einem längst allzu bekannten Muster gestrickt waren und anders schneidern die Drehbuchautoren auch dieses Abenteuer eigentlich nicht zusammen. Gut, am Anfang bekommt Bond sein Fett weg und wird sogar ganze sechzehn Monate von nordkoreanischen Folterknechte gepiesackt, doch natürlich ist ihm während der ganzen Zeit kein Geheimnis zu entlocken. Nach einem Agentenaustausch befindet er sich dann endlich wieder in Freiheit, doch will man ihm genau das nicht glauben. Als Unsicherheitsfaktor abgestempelt, wird Bond suspendiert. Dies läßt unser Agent aber nicht auf sich sitzen und so versucht er auf eigene Faust an wichtige Informationen heranzukommen, denn eines ist klar: Bond wäre niemals in Gefangenschaft geraten, wenn da nicht jemand vorzeitig seine wahre Identität preisgegeben hätte. Es gibt also einen Doppelagenten beim britischen Geheimdienst und außerdem ist ihm ein fieser Typ direkt am Anfang der Geschichte durch die Lappen gegangen und diesen Kerl mit Namen Zao beschließt Bond zu suchen. Die Spur führt ihn ersteinmal nach Kuba und dort zu einer gut bewachten Spezialklinik, die auf einer kleinen Insel gut geschützt ist. Als er die Insel von der Küste aus beobachtet, entspringt dem Meer eine Schönheit, zu der Bond natürlich sofort den Kontakt sucht. Diese hübsche Frau heißt Jinx und gibt sich geheimnisvoll. Am nächsten Morgen ist sie ohne ein Wort verschwunden, doch kann Bond noch sehen, wie sie mit einem gut bewachten Boot zur Klinik entschwindet. Bond sucht sich nun auch einen Weg, um auf die Insel zu kommen und findet diesen natürlich auch. Als Bond und Jinx die Klinik gemeinsam total verwüsten und ihnen Zao wieder einmal entwischt, sind zwei Dinge klar: Jinx ist nicht weniger tödlich als Bond und Zao hat versucht, sich in der Klinik eine neue Identität zu verschaffen. Ein in der Klinik gefundener Diamant bringt sie auf die Spur eines jungen und erfolgreichen Mannes, der sogar Gemeinsamkeiten mit unserem beliebten deutschen Politiker Jürgen W. Möllemann aufweist, nämlich ihre Vorliebe für spektakuläre Auftritte per Fallschirmabsprung. Und da ja schon mit einem Mann wie Möllemann nicht zu spaßen ist, wird Bond auch mit Gustav Graves viel Spaß im weiteren Verlauf der Handlung haben.

Der neue Bond ist einfach spektakulär. Zwar kennen wir jeden Stunt und jede Verfolgungsjagd aus vielen anderen Filmen, doch ist dies für 134 Minuten vergessen. Dies hängt vor allem mit dem Tempo des von Lee Tamahorie in Szene gesetzten Film zusammen, denn spätestens bei dem Degenduell, das schnell zu einem Schwertkampf auf Leben und Tod wird, ist man nur noch gut unterhalten und die Anspielungen auf all die vergangenen Bondfilme sind auch ganz herrlich. Außerdem unterhalten die Szenen grandios, die nichts mit der normalen Bondrealität zu tun haben. Zwar ist der Endkampf im ewigen Eis Finnlands etwas zu lang geraten, doch dies paßt dann wieder zum verschwenderischen Jubiläumsmotto des Films, das da heißt "Größer ist Besser" und diesmal haben sie damit sogar recht. Ach ja, im Zusammenspiel mit dem wirklich hervorragend konzipierte Titelvorspann kommt der Titelsong von Madonna eigentlich auch ganz gut zur Geltung.