Safecrackers oder Diebe haben's schwer (Welcome to Collinwood)

Der kleine Gauner Cosimo wird beim Autodiebstahl erwischt und landet im Knast. Dort erfährt er von einem zu lebenslänglicher Haft verurteiltem Zellengenossen von einem sogenannten "Bellini" - einem ganz großen, todsicheren Coup. Um so schnell wie möglich aus dem Knast zu kommen, bittet Cosimo seine Freundin Rosalind, für ihn einen "Mullinski" zu suchen - jemanden, der für ein paar tausend Dollar ein falsches Geständnis ablegt und seine Haftstrafe übernimmt. Rosalind schickt Toto, seines Zeichens Penner und gelegentlicher Komplize von Cosimo, los, um sich nach einem Mullinski umzuschauen - und erzählt ihm auch, dass Cosimo im Knast von einem Bellini gehört hat. Auf der Suche nach einem Mullinski erweitert sich der Kreis der Menschen, die von der Sache wissen, auf den italienischen Gauner Basil, den Afroamerikaner Leon und den alleinerziehenden Vater Riley. Diese Gruppe, von der mittlerweile jeder eine Scheibe vom Kuchen will, stoßen schließlich auf den untalentierten Boxer Pero, der sich bereit erklärt, an Cosimos stelle in dem Knast zu gehen. Dabei stellt er sich nur leider so blöde an, dass er zusammen mit Cosimo in den Knast wandert. Pero kommt aber schnell wieder auf Bewährung frei und hat zudem Cosimo die Einzelheiten des Bellini abgeluchst. Allerdings muss er diesen Plan wieder mit den anderen Gaunern teilen, weil er ihnen das Geld für die erfolglose Falschaussage nicht zurückzahlen kann. Also macht sich diese gesamte Truppe aus inkompetenten Kleingangstern daran, das Ding - ein Einbruch bei einem Juwelier - gemeinsam zu drehen, wobei natürlich alles Mögliche schief geht und die Sache mehr oder weniger im Chaos endet.

"Safcrackers" ist das Remake eines italienischen Films aus den Fünfzigern, "I Soliti Ignoti", dessen deutscher Titel ebenfalls "Diebe haben's schwer" war. Außerdem ist Safecrackers der erste Film der von George Clooney und Steven Soderbergh frisch gegründeten Produktionsfirma "Section Eight". Clooney und Soderbergh fungierten außerdem als Produzenten bei "Safecrackers". Wer deswegen allerdings eine High Society-Gangsterkomödie im Stil von "Oceans's Eleven" oder "Out of Sight" erwartet, liegt falsch. Mit seinen planlosen, skurrilen Schmalspurganoven und den absurden Verwicklungen der Handlung, sowie der Ansiedlung der Handlung im Arbeiter- oder Arbeitslosenmilieu erinnert Safecrackers vielmehr an britische Gaunerkomödien wie "Snatch" oder "Bube, Dame, König, Gras". Dabei ist Safecrackers traditioneller angelegt: zum einen ist die Art, in der Safecrackers gefilmt ist, unauffälliger. Zum anderen folgen die Regisseure gottseidank nicht dem seit Tarantino beinahe verpflichtenden Hang zur übertrieben blutigen Gewaltdarstellung. "Safecrackers" ist vor allem ein Ensemblefilm, der als solcher funktioniert, weil die Rollen durchgehend gut besetzt sind - mit bekannten Nebendarstellergrößen wie William H. Macy und Michael Jeter oder mit Newcomern wie Sam Rockwell, der als glückloser Boxer Pero zum Angelpunkt des Films wird. Den Regisseuren und Autoren des Films, Joe und Anthony Russo, ist mit einem für Hollywood lächerlichem Budget von acht Millionen Dollar eine rundum vergnügliche und immer wieder überraschende, überzeugend gespielte Gangsterkomödie gelungen, die mit George Clooney als Ex-Safeknacker im Rollstuhl sogar ein wenig Starpower aufweisen kann.
Christian Ulmke