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Daredevil
Nach dem Erfolg von "X-Men" und "Spider-Man" an den Kinokassen wurden
zahlreiche weitere Helden aus dem Hause Marvel unter die Lupe genommen
und es kamen schlaue Produzenten zu dem Schluß, daß wohl auch in dem Helden
"Daredevil" das gewisse Potential steckt, aus dem Kinoträume gemacht werden.
Dabei ist "Daredevil" kein schüchterner Schüler oder jemand der durch
einen Wink des Schicksals unter angeborenen Superkräften zu leiden hat.
Bei Matt Murdock handelt es sich ersteinmal um den Sohn eines mittelmäßig
erfolgreichen Boxers, der von seinem Vater gesagt bekommt, daß man nur
durch Wissen echte Macht erlangen kann und nicht wie bei ihm durch das
Prügeln mit anderen Boxern. Nur durch Zufall entdeckt der kleine Matt,
der von den anderen Kindern des Viertels gerne zur Zielscheibe ihrer Späße
gemacht wird, daß sein Vater seine Kräfte auch für das Eintreiben von
Schulden einsetzt. Als er dies erfährt, ist er geschockt und dann kommt
er auch noch mit einer radioaktiven Flüssigkeit in Berührung. Als Matt
im Krankenhaus erwacht, ist er zwar blind, dafür haben seine restlichen
Wahrnehmungssinne einen echten Kickstart gemacht und so kann er sein Schicksal
bald überwinden und bald schon Dinge tun, die ein normaler Junge nicht
tun kann. Sein Vater hat ihm auch versprochen, daß er nichts Illegales
mehr machen wird und tatsächlich hat es danach den Anschein, daß Matts
Vater es als Boxer doch noch mal zu etwas bringen kann. Dann aber soll
er sich bei einen Kampf k.o. schlagen lassen. Doch seinem Sohn zuliebe
kann und will er dies nicht tun. Und so schlägt das Schicksal zum zweiten
Mal hart zu. Matts Vater wird für diese Mißachtung hingerichtet. Von nun
an setzt Matt alles daran, um seinen Körper und seine Fähigkeiten zu trainieren
und gleichzeitig erarbeitet er sich einen Namen als Rechtsverteidiger.
Und so wird aus Matt Murdock nicht nur ein Strafverteidiger, sondern auch
ein maskierter Kämpfer für die Gerechtigkeit, der ab und an, wenn das
Gericht versagt, selber zum Richter wird. Er ist dabei aber fest überzeugt,
daß er mit seinen Taten im Recht ist. Schon bald nach seinem ersten Auftauchen
wird "Daredevil" zum Ziel der Medien und ein Reporter macht es sich zum
Ziel, herauszufinden, wer hinter der Maske steckt. Als Privatmann trifft
Matt auf die hübsche Elektra, die Tochter eines griechischen Geschäftsmanns
und schon bald stellen sie fest, daß sie beide eins gemeinsam haben, ihre
Liebe für eine gepflegte Prügelei. Doch auch diese Beziehung wird schnell
auf eine harte Probe gestellt, als Elektras Vater auf die Abschußliste
eines mächtigen New Yorker Gangsterboß gerät. Und der Kingpin kann es
sich leisten, einen echten Spezialisten für diese Aufgabe nach New York
zu hohlen. So kommt dann der gnadenlose Killer Bullseye ins Spiel, der
es dann auch schafft, sein Ziel zu erreichen und wie es das Schicksal
so will wird Elektras Vater dann auch noch von Daredevils speziellen Blindenstock
aufgespießt. Nun ist Elektra sauer und sie macht erst einmal Jagd auf
Daredevil. Ob diese Liebesgeschichte gut ausgehen wird?
"Daredevil" ist zu Anfang eine wirklich gelungene Adaption der Comicvorlage,
an deren Geschichte in den letzten Jahren so manch angesagter Comicautor
herumgebastelt hat. Daß auch der Filmemacher Kevin Smith zu dieser Riege
von Comicschaffenden gehörte, kann dabei geholfen haben, den richtigen
Schauspieler für die Rolle des Superhelden zu finden. Ben Affleck hatte
ja schon öfters mit Smith zu tun gehabt und so kam wohl das eine zum anderen.
Auch Smith finden wir in diesem Film in einer kurzen Rolle als Pathologe
wieder. Wie gesagt, am Anfang ist die Sache stimmig und wird für einen
Fan der Comicserie schnell zur reinen Freude, da der Filmemacher und die
Drehbuchautoren viele Anspielungen in den Film hineinpacken, die ein Nicht-Fan
des Marvelhelden kaum erkennen wird. Dann aber nach der ersten Hälfte
wird aus dieser Superheldenhommage leider ein reiner Prügelfilm, der seinen
Schauwert nur noch durch die gut choreographierten Zweikämpfe aufrechterhält.
Fans solcher Prügeleien im Matrix-Stil werden hier aber gut bedient, außerdem
wird anders als zum Beispiel bei "Spider-Man" nicht jede Szene noch durch
eine Computeranimation ins Lächerliche gezogen und Bullseye ist auch viel
düsterer, wenn auch viel eindimensionaler, als der Grüne Kobold bei Spider-Man
(dieses dumme Kostüm werde ich den Spider-Man-Machern noch Jahre lang
übel nehmen). Am Ende haben wir eine weitere Comicverfilmung gesehen,
die es mehr auf ein Actionpublikum abgesehen hat und sich wohl kaum als
Familienfilm eignet, dazu ist sie viel zu düster. Da "Daredevil" aber
schon immer die Batman-Variante von Marvel war, ist dies auch gut so.
Leider werden die ganzen Konflikte, die im Verlauf der Handlung entstehen,
aber zu simpel aufgelöst. Na ja, früher war man als Comicfan schon froh,
wenn Christopher Reeves als Superman verkleidet anständig über die Leinwand
flog, so bleiben zwar immer noch "Batman's Return" und "Unbreakable" (auch
wenn dieser nicht auf einer Comicvorlage basiert) immer noch die besseren
Superheldenfilme, aber bald kommt ja schon "X-Men 2" und irgendwann auch
der "Hulk" und "The League of the extraordinary Gentlemen" in die Kinos.
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