24 Stunden Angst

Drei Entführer haben einen perfekten Plan ausgetüftelt, der schon viermal zu einem erfolgreichen Ergebnis geführt hat. Dabei kommt es darauf an, daß man die Kontrolle und die Übersicht behält. Dies garantiert der Plan von Joe Hickey, indem er darauf achtet, daß zum Zeitpunkt, der genau 24 Stunden dauernden Entführung die Beteiligten nicht zusammen sind. So wartet er ab, bis der erfolgreiche Arzt Will Jennings in sein Flugzeug gestiegen ist, um zu einer Fachtagung nach Seattle zu fliegen. Nun ist es Zeit, die Tochter zu schnappen und so übergibt sie Joe Hickey seinem Cousin Marvin, der sie an einen verabredeten Ort bringt. Dann kümmert Joe sich um die Frau des Arztes Karen. Ganz offen erklärt er ihr die Situation und macht ihr ganz schnell klar, daß es nichts bringen würde, wenn sie ihn nun auf der Stelle erschießen würden. Denn wenn er sich nicht jede halbe Stunde per Telefon irgendwo melden würde, dann würde dies den Tod des Mädchens bedeuten. Karen Jennigs teilt den anscheinend kaltblütig agierenden Entführer aber sofort mit, daß er einen Fehler gemacht hat. Ihre Tochter Abby leidet unter schwerem Asthma und falls sie nicht ihre Medizin bekommt, würde sie einen Anfall, der durch Aufregung, Staub oder Zigarettenqualm ausgelöst werden könnte, wohl nicht überleben. Während Joe nun nach einem Ausweg aus dem Schlamassel sucht, macht Will Jennings in seinem Hotel, ohne es zu ahnen, die Bekanntschaft mit Joes Ehefrau Cheryl. Schon bald hält sie ihn mit einer vorgehaltenen Pistole in Schach und auch sie steht nun in einer ständigen Verbindung per Telefon mit Joe. Anscheinend hat der Plan wirklich keinen Fehler, da nun alle wichtigen Personen wissen, was auf dem Spiel steht, wenn der Kontakt zwischen den Entführern für länger als eine halbe Stunde abbrechen würde. Trotzdem gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen dieser Entführung und den vorangegangenen vier. Doch davon ahnen Will und Karen Jennings ersteinmal nichts, trotzdem versuchen sie getrennt voneinander ein Stück die Kontrolle über das, was in diesen 24 Stunden passiert, zu erlangen. Doch dies versuchen ihre Gegner zu verhindern.

"24 Stunden Angst" ist ein Thriller, der sich bemüht, mit einer spannenden Geschichte, die teils mit unerwarteten Wendungen aufwartet, die schon oft benutzte Entführungsthematik in einer neuen Variante dem Publikum anzubieten. Dabei helfen in diesem Fall vor allem die Schauspieler, auch wenn Kevin Bacon eigentlich ein viel zu sympathischer Typ ist, als daß man ihm den gnadenlosen Entführer auf der Stelle abkaufen würde. Doch wieso sollte ein Entführer auch immer gleich unsympathisch daherkommen? Stuart Townsend bekommt nach seiner doch eher bescheidenen Darstellung als Vampir in "Die Königin der Verdammten" eine neue Chance, einen sympathischen Alltagshelden zu spielen und Charlize Theron zeigt hier wirklich eindrucksvoll, daß sie neben dem gutaussehenden Blondchen auch eine wirklich starke Frau spielen kann. Dieser Thriller gewinnt einfach dadurch, daß er sein Publikum bis zum eindrucksvollen Finale glänzend unterhält und sich dabei nicht in irgendwelchen unlogischen Fehlern verliert, die schon so manch anfänglich spannenden Film den Rest gegeben haben. Schade nur, daß am Ende das Gute wieder einfach über das Böse sofort und gnadenlos triumphiert. Über diese Form von Selbstjustiz der kleinen Bürger sollte man langsam hinaus sein. Und deshalb werden die Engländer auch immer die besseren Thriller machen.