Dreamcatcher

Es gibt Menschen, die haben eine Gabe, die sie in das Innere ihrer Mitmenschen blicken läßt. Meistens sind es Menschen, die diese Gabe aber nur für einfältige Dinge nutzen oder daran scheitern, wenn sie versuchen, ihre Gabe zum Vorteil ihrer Mitmenschen zu nutzen, da diejenigen, denen sie helfen wollen, ihre Gabe nicht verstehen. Es sind vier Freunde, die diese Gabe miteinander teilen. Jonesy, Henry, Pete und Beaver verbrachten ihre Kindheit in einer Kleinstadt in Maine und bei einer Heldentat, bei der sie sich gegen körperliche Gewalt und Intoleranz stellten, gewannen sie nicht nur die Freundschaft zu einem weiteren Kind, sie gewannen auch diese Gabe. Alljährlich treffen sie sich nach wie vor in einer Jagdhütte, doch diesmal passiert etwas, daß sie erst selbst nicht begreifen können, da der wahre Hintergrund dieses Ereignisses noch viel unglaublicher ist als das, was sie über ihre Gabe zu glauben wußten. Und so geraten sie, als sie zwei verirrte Jäger entdecken, in einen Strudel aus unglaublicher Gewalt und Bösartigkeit.

Mehr sollte man über den Inhalt dieses Films nicht wissen. Der Film lebt von den Überraschungen, die sowohl in der Romanvorlage von Stephen King und in dem Drehbuch von Regisseur Lawrence Kasdan und seinem Co-Autor William Goldman stecken und jede neue Wendung erhöht das Filmvergnügen beim Betrachten dieses Films. Zwar stellt der Stephen King-Kenner sofort fest, daß er sich hier auf vertrautes Terrain begeben hat, da vieles aus anderen Stephen King Romanen vertraut erscheint, doch wenn er merkt, daß er sich in einem wahren Genremix oder besser in einer Genreabrechnung befindet, kann auch er beruhigt die Dinge, die da passieren, in sich aufsaugen. Besonders die Toilettenszene stellt für das Horrorgenre schon eine echte Bereicherung da und wenn ihr die Toilette seht, dann wißt ihr auch, was ich meine. Der Film hat aber auch Schwächen, da die eigentlich gut durchdachten Charaktere sich zunehmend zu reinen Genrefiguren entwickeln und weil die wohl als lustig oder charaktertypisch geltende Fäkalsprache einer Hauptperson einem schnell auf die Nerven geht und noch von der total überzogenen (aber wohl bewußt gewählten) Art übertroffen wird, in der ein hoher Militär über seine Mission redet. Auch geht in der zweiten Handlungshälfte viel von der Dramatik und der Spannung verloren, da sich alles nur noch auf ein dramatisches Finale zu bewegt. Doch dies ist man ja als Stephen King Fan längst gewöhnt.