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GESTÄNDNISSE - CONFESSIONS OF A DANGEROUS MIND (USA 2002)
Dass Charles "Chuck" Barris in den Sechzigern ein erfolgreicher TV-Produzent
und Showmaster war, der so - nun ja - legendäre Game-Shows wie "Herzblatt"
kreierte, ist der verbürgte und definitiv authentische Teil der Geschichte,
die George Clooney in seinem Regie-Debüt erzählt. In seiner Autobiografie,
auf welcher der Film, von Charlie ADAPTION Kaufman adaptiert, beruht,
behauptet Barris allerdings, noch einen aufregenden "Nebenjob" gehabt
zu haben: Spion und Auftragskiller der CIA! Da jene Behörde dies natürlich
weder bestätigte noch dementierte, bleibt dieser Teil der Geschichte gelinde
gesagt Gerücht und offen für die Interpretation des Lesers. Aber nicht
für den Zuschauer. Clooneys Film legt sich schon ziemlich früh fest und
diagnostiziert seinem Protagonisten eine handfeste Paranoia: Bereits in
der Eröffnungsszene sieht man Barris (Sam Rockwell) mit verfilzten Haaren
und Bart in einem heruntergekommenen Hotelzimmer nackt und apathisch vor
dem Fernseher stehen. Was folgt, ist die schwarz-weiße Tristesse einer
Kindheit und Jugend, die klatschbunte Karriere im amerikanischen TV-Business
nebst sexueller Abenteuer und der großen Liebe - Penny (Drew Barrymore)
- sowie die bis zur (beabsichtigten) Klischeehaftigkeit düsteren und verwaschenen
Bilder der Agentenstory. Diese beginnt in einer Bar mit Barris' Begegnung
mit dem CIA-Mann und "Talentsucher" Byrd (Clooney selbst) und wird ihn
bald als gedungener Mörder im Auftrag des Staates rund um den Globus führen.
All diese Handlungsstränge verlaufen zwar parallel, stehen aber irgendwie
separat voneinander, ohne sich zu einem Ganzen zu verbinden. Dies mag
vielleicht sogar Clooneys Absicht gewesen sein, um das facettenreiche
Leben eines an sich selbst zweifelnden Mannes darzustellen, der von seiner
eigenen Fantasie überrannt wird. Leider hat man als Zuschauer danach das
Gefühl, eine unstimmige Mixtur aus DER MONDMANN und A BEAUTIFUL MIND gesehen
zu haben. Auch die Darsteller reißen nicht viel raus: Rockwell als probater
Darsteller schräger Typen (BOX OF MOONLIGHT) bleibt sonderbar farblos,
Clooney hält sich wohl bewusst zurück und das Wiedersehen mit Action-Legende
Rutger Hauer in einem A-Film gerät zu kurz. Einzig Julia Roberts ist als
femme fatale attraktiv wie nie. Bleibt abschließend nur die Frage, warum
immer derartige literarische Vorlagen auf die Leinwand gebracht werden.
Das Ganze erinnert an den Sci-fi-Autoren Whitley Strieber, der nach etlichen
Flops einen "biografischen" Bestseller landete, in dem er behauptete,
von Aliens entführt worden zu sein - und der prompt verfilmt wurde. Die
nüchternste Interpretation solcher Werke, seien sie auch noch so gut geschrieben,
lässt auch GESTÄNDNISSE nicht zu: Schlichtweg Schwindel für den schnöden
Mammon... Andreas van Linn
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